Seit Ende 2021 werden im Rahmen der Erhebung "So geht’s uns heute" alle drei Monate die Lebensbedingungen der Menschen in Österreich im Detail erhoben, mit Schwerpunkt auf der finanziellen Situation. Der neue Bericht fürs 4. Quartal 2025 zeigt jetzt: So wirklich entspannt hat sich die soziale Lage im Land nicht.
Konkret klagen mittlerweile 26 Prozent der 18- bis 74-Jährigen, hochgerechnet rund 1,7 Millionen Menschen, über Einkommensverluste in den vergangenen zwölf Monaten. Betroffen sind hier überwiegend Wenigverdiener, Arbeitslose, Ein-Eltern-Haushalte sowie Haushalte mit mehreren Kindern. Im Vergleich: Vor einem Jahr hatten 21 Prozent bzw. gut 1,4 Millionen mit einem Schwund am Konto zu kämpfen.
Relativ konstant ist hingegen laut Statistik Austria der Anteil jener Personen geblieben, die mit dem verfügbaren Geld nicht oder nur kaum das Auslangen finden. Zuletzt zählten sich rund zwölf Prozent bzw. 778.000 Menschen zu dieser Gruppe.
Von 33 Prozent (Stand: 4. Quartal 2024) auf zuletzt 37 Prozent gestiegen ist hingegen der Anteil jener Befragten, die zunehmend Schwierigkeiten haben, mit dem verfügbaren Einkommen auszukommen. Als Hauptgründe werden von den Betroffenen gestiegene Ausgaben für Lebensmittel sowie die hohen Energie- und Wohnkosten genannt.
Auch im 4. Quartal 2025 blickt die Mehrheit mit Skepsis in die Zukunft. Nach wie vor gehen 60 Prozent (Ende 2024: 68 Prozent) davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage in Österreich in den kommenden zwölf Monaten weiter verschlechtern wird.
Im Rahmen der 17. Befragung in der Reihe "So geht’s uns heute" wurde auch das Wohlbefinden der Menschen in Sachen Nachbarschaft abgefragt. Laut Statistik Austria zeigt sich hier insgesamt ein sehr positives Bild. Immerhin 72 Prozent benoten ihr persönliches Umfeld auf einer Skala von 0 bis 10 (die Top-Note) mit sieben oder höher.
Viel Luft nach oben gibt’s hier allerdings beim Punkt "nachbarschaftlichen Vernetzung" (© Statistik Austria). 27 Prozent der Befragten kennen nämlich keine bzw. nur einzelne Nachbarn. Am geringsten ist die Unkenntnis mit rund elf Prozent in ländlichen Gebieten, während in Städten 46 Prozent echte Nachbarschaftsmuffel sind.
Vertrauen ist gut, Misstrauen besser – ebenfalls erhoben: 21 Prozent würden ihre Nachbarn gar nicht bis eher selten etwa darum bitten, ein Paket entgegenzunehmen, Pflanzen zu gießen oder den Briefkasten zu entleeren. Am ausgeprägtesten ist das Misstrauen gegenüber Nachbarn im Gemeindebau mit 43 Prozent. Im Segment private Mietwohnungen sind es 32 Prozent, bei Genossenschaftswohnungen 24 Prozent.