"Ich würde fast überall anfangen", macht Samira B. (Name geändert, Anm.) ihre Verzweiflung deutlich. Die 35-Jährige muss alleine für ihren dreijährigen Sohn sorgen und droht aufgrund ihrer finanziellen Lage in die Obdachlosigkeit zu schlittern. Obwohl sie unbedingt arbeiten möchte und muss, werden ihre Bewerbungen reihenweise abgelehnt.
Aus ihrem Heimatland in Südeuropa floh Samira, um sich und ihrem Kind eine bessere Zukunft zu ermöglichen. "Ich habe in der Vergangenheit Missbrauch durch meine Familie und meinen Ex-Partner erlebt und hatte keinerlei Schutz", sagt sie im Gespräch mit "Heute".
Seit Dezember 2025 lebt sie in Wien – die Probleme reißen nicht ab. Jobs bei Essenslieferdiensten halfen ihr in der Vergangenheit, über die Runden zu kommen, doch seit Monaten werden ihre Bewerbungen eine nach der anderen abgelehnt. "
"Meine beste Freundin unterstützt mich monatlich mit einem kleinen Geldbetrag – mir ist das sehr unangenehm. Ich musste mir vorher noch nie Geld leihen", erklärt die 35-Jährige.
Derzeit lebt Samira B. in einer Obdachlosenunterkunft, muss jedoch auch von dort bald ausziehen. "Bis April brauche ich eine neue Wohnung", erklärt sie. Ihr Platz in der Unterkunft soll an eine Familie gehen, die "in einer schwächeren Lage" ist als sie selbst. Eine eigene Wohnung zu finden, ist aufgrund des geringen Einkommens kaum möglich.
"Ich bin nicht hierhergekommen, um von staatlicher Unterstützung zu leben", erklärt die Mutter. "Ich bin hier, weil ich das Land, die Gesetze und alles um mich herum respektiere und als Arbeiterin meinen Beitrag leisten möchte."