Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges ist die Ukraine weiter im Ausnahmezustand. Raketen- und Drohnenangriffe gehören zum Alltag, dazu kommt ein eiskalter Winter mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad. Eine Delegation der Caritas rund um Direktor Klaus Schwertner ist derzeit in Kyjiw vor Ort.
„Raketen- und Drohnenangriffe gehören zum Alltag, die Nächte verbringen die Kinder aus unserem Kinderzentrum im nahe gelegenen Luftschutzkeller. Bedrohlich ist im Moment nicht nur der Krieg – es ist die Kälte“Klaus SchwertnerCaritasdirektor
"Ich bin gerade in Kyjiw, um Projekte der Caritas zu besuchen: Suppenküchen, Wärmezelte und unser Kinderzentrum. Projekte, die für die Menschen gerade auch jetzt echte Überlebenshilfe bedeuten. Die Situation ist und bleibt dramatisch: Raketen- und Drohnenangriffe gehören zum Alltag, die Nächte verbringen die Kinder aus unserem Kinderzentrum im nahe gelegenen Luftschutzkeller. Bedrohlich ist im Moment nicht nur der Krieg – es ist die Kälte."
Mehr als 10,8 Millionen Menschen sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen, über 5 Millionen Kinder direkt vom Krieg betroffen. Seit 2022 gab es mehr als 80.000 Luftalarme. Allein in Kyjiw sind über 1.000 Wohnhäuser ohne funktionierende Heizung.
Schwertner schildert die dramatische Lage: "Menschen harren in ihren Wohnungen ohne Heizung, ohne Strom, teilweise auch ohne Wasser aus. Auch in unserem Kinderzentrum können aktuell nicht alle Räume beheizt werden. Die Kinder sitzen dick eingepackt in ihrer Unterkunft. Zeitweise mussten wir sie in andere Landesteile evakuieren. Die Kälte wird in diesem Krieg bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad als gnadenlose Waffe eingesetzt. Allein in Kyjiw sind über 1.000 Wohnhäuser ohne funktionierende Heizung. Menschen drohen, in ihren eigenen vier Wänden zu erfrieren."
Für ihn ist klar: "Klar ist: Das ist der härteste Kriegswinter seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Besonders hart trifft es ältere Menschen und Kinder. Was mir Hoffnung gibt: Wir sehen jeden Tag, wie entscheidend unsere Hilfe ist. Wärme, Essen, Schutz – das ist hier eine Frage von Leben und Tod. Unsere Hilfe, die Hilfe aus Österreich rettet Leben."
Seit Kriegsbeginn hat das internationale Caritasnetzwerk mehr als 6 Millionen Menschen unterstützt. Über 100.000 Kinder wurden in mehr als 30 Projekten erreicht, 500 Tonnen Hilfsgüter aus Österreich in die Ukraine geliefert. Die Helfer versorgen Familien mit Lebensmitteln, Heizmaterial, Notunterkünften sowie medizinischer und psychosozialer Betreuung. "Wir liefern Hilfe auch dorthin, wo andere nicht mehr hinkommen. Aber der Bedarf wächst weiter – während gleichzeitig internationale Hilfsgelder gekürzt werden."
Auch in Österreich leben aktuell rund 80.000 Menschen aus der Ukraine mit Schutzstatus. Die Caritas fordert, dass Bund und Länder bei der Versorgung von Vertriebenen an einem Strang ziehen. "Es braucht das gemeinsame Engagement und den Willen von Bund und allen neun Ländern, um die Versorgung von Ukraine-Vertriebenen nach ihrer Ankunft in Österreich sicherzustellen. Es ist eine staatliche Aufgabe, dass Vertriebene aus der Ukraine in Österreich nicht nach ihrer Ankunft obdachlos auf der Straße stehen."
Zum Jahrestag richtet Schwertner einen eindringlichen Appell an Politik und Bevölkerung: "Kiev ist von Wien nicht weiter entfernt als Paris. Die Menschen hier sind unsere Nachbarinnen und Nachbarn. Und sie brauchen unsere Hilfe. Das hier ist kein Sprint, sondern ein Marathon, den wir laufen müssen. Jede Unterstützung zählt. Lassen wir die Menschen in der Ukraine nicht allein."
Und weiter: "Jede Spende bedeutet hier Wärme, Schutz und Hoffnung. Bitte helfen Sie mit, damit wir unsere Hilfe fortsetzen können. Die Menschen in der Ukraine sind unsere Nachbarinnen und Nachbarn – Kyjiw ist von Wien nicht weiter entfernt als Paris, die ukrainische Grenze nur so weit entfernt wie Wien von Bregenz. Lassen wir sie nicht allein."
➤17 Euro ermöglichen einem Kind einen Aufenthalt im Kinderschutzzentrum
➤35 Euro finanzieren ein Nothilfepaket für eine Familie
➤55 Euro schenken einer Familie Brennholz für eine Woche
Spenden: www.wirhelfen.shop/ukraine
Vier Jahre Krieg, kein Ende in Sicht - aber jede Spende aus Österreich kann verhindern, dass Menschen in ihren Wohnungen erfrieren.