Nach Bluttat in Wien

Bestatter fordert: "Security & Überwachung am Friedhof"

Arthur Altbart war einer der Ersten am Tatort, nachdem ein Teenager eine Frau erstochen haben soll. Er sagt, es gibt zu wenig Sicherheit am Friedhof.
Michael Pollak
25.02.2026, 12:52
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Die Erschütterung ist auch zwei Tage nach der schrecklichen Tat groß. Auf dem Friedhof Baumgarten (Wien-Penzing) sind weniger Besucher unterwegs als normal – trotz Sonnenschein.

Nur eine kurze Wegstrecke vom Haupteingang des Friedhofs liegt die Zentrale des Traditions-Bestatters Altbart. "Noch gibt es in Österreich mehr Respekt vor den Toten und Friedhöfen als in anderen Ländern", sagt Arthur Altbart. Mit 18 Jahren ist er der jüngste Bestatter Wiens, viel erlebt hat er schon.

Bestatter sah die Verdächtige am Friedhof

Der Montag war auch für ihn ein Horror: Ein Stammkunde stürmte kurz nach 17 Uhr die Firmenzentrale und erzählte von der blutüberströmten Frau am Friedhof. Arthur Altbart rannte sofort los, er kam an, als Polizisten die mutmaßliche Täterin, eine 14-Jährige, abführten.

"Ich sah ihr direkt in die Augen", erzählt der 18-Jährige. "Absolut emotionslos, ich glaube nicht, dass ihr bewusst war, was sie da jetzt getan hat", sagt er zu "Heute". Und dann: "Sie war einfach nur eiskalt!"

Am Tag danach spricht er noch einmal mit "Heute". "Ja, Wien wird immer unsicherer in einer generell unsicheren Zeit", sagt er. Nachsatz: "Auch auf Friedhöfen." Es ist auch den Einsparungen geschuldet.

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"Früher hatte jeder Friedhof einen eigenen Portier, der war immer erreichbar und hat nach dem Rechten geschaut", sagt der Juniorchef des Traditionsbetriebs.

Stattdessen wurden in den letzten Jahren um viel Geld automatische Schranken überall eingebaut, "aber fast keiner davon funktioniert, die meisten, die ich kenne, stehen offen."

Weiters wurde eingespart bei der Friedhofsverwaltung, "die gibt es nicht mehr vor Ort – das haben viele – vor allem ältere Menschen für das Gefühl der Sicherheit gebraucht." Deswegen musste der ältere Herr, der die erstochene Frau am Friedhof fand, bis zum Bestatter laufen, "das waren 500 Meter, das ist eine große Distanz für diesen Herren – sonst konnte er sich aber an niemanden wenden."

Arthur Altbart überlegt nicht lange im Gespräch mit "Heute": "Wir brauchen wieder mehr Sicherheit am Friedhof, mehr Sicherheitspersonal und Überwachung!"

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 25.02.2026, 12:55, 25.02.2026, 12:52
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