24-Stunden-Betreuung

Bluttat am Friedhof: 14-Jährige wollte wieder in Schule

Jene Tatverdächtige, die eine Frau getötet hat, lebte in einer betreuten WG. "Heute"-Infos zufolge hätte sie bald in den Alltag zurückkehren sollen.
Michael Pollak
26.02.2026, 05:45
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Eine solche Tat war bis Montagnachmittag unvorstellbar: Ein erst 14 Jahre altes Mädchen soll eine Frau (64) völlig ohne Grund – die beiden haben sich zuvor noch nie gesehen – mit einem Messer brutal attackiert haben. Kurze Zeit später stirbt die Frau an den Verletzungen, Tatort war der Baumgartner Friedhof (Wien-Penzing).

Das Mädchen – es gilt die Unschuldsvermutung – ist dringend tatverdächtig, sie ist derzeit in der Justizanstalt Josefstadt untergebracht.

Seit November lebt der Teenager in einer betreuten WG der MA 11 (Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien) – bei Einzug war das Mädchen noch 13 Jahre alt. Ihre Mutter konnte sie nicht mehr selbst betreuen, sie war mit der Situation völlig überlastet – das Mädchen verletzte sich wiederholt selbst.

In der WG gab es 24-Stunden-Betreuung, immer waren zumindest zwei Mitarbeiter anwesend. "Sie hat zu ihren Betreuern Vertrauen aufgebaut", sagt MA11 Sprecherin Ingrid Pöschmann zu "Heute" – es war ein großer Schritt.

"Täglich Medikamente genommen"

Der Alltag in der WG ist streng getaktet, aber immer auf die Patientin abgestimmt. Nach dem Aufstehen bekamen Bewohner meist ihre Medikation. "Sie hat täglich ihre Medikamente genommen." Diese sollte die Impulse verhindern, sich selbst zu verletzen, so Pöschmann.

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Nach dem Frühstück – die Bewohner helfen so gut es geht mit bei der Zubereitung – ging es für das Mädchen in die Tagesklinik. Hier gab es Therapie und Ärztegespräche. "Für diejenigen, die zu Mittag im Haus sind, gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag gibt es Freizeitangebote wie Sport oder kreative Aktivitäten", heißt es aus der MA11.

Offenbar stand ein großer Schritt bevor. Das Mädchen wollte wieder in die Schule gehen, "sie zeigte sich bereit", sagt Pöschmann von der MA11. Die Vorbereitung sollte mehrere Monate dauern, Schulbeginn war wohl erst nach dem Sommer geplant....

"Striktes Waffenverbot"

....doch es kam ganz anders, aus einem bisher noch unbekannten Grund kam die 14-Jährige an ein Messer. "Es herrscht striktes Waffenverbot in den Wohngemeinschaften", so Pöschmann. Doch es gibt keine Vollzeit-Überwachung, die Jugendlichen können jederzeit mit ihrem Taschengeld ein Taschenmesser kaufen. Eine Leibesvisitation wird von Betreuern nicht durchgeführt.

Wenige Stunden später gab der Teenager in der Einvernahme zu: "Ja, ich habe sie angegriffen – mit dem Messer."

In der WG ist man auch nicht eingesperrt, am Nachmittag – abhängig von der Verfassung – können die Bewohner jederzeit hinaus. Auch an diesem Montag erkannten die Betreuer „kein gefährdendes Verhalten des Mädchens".

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 26.02.2026, 05:51, 26.02.2026, 05:45
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