Sechs lange Tage musste die nach einem Sturz schwer verletzte Pensionistin Elisabeth (87) aus Wien-Donaustadt auf die erlösende Nachricht warten. Als sie dann Samstagvormittag (28.2.) der Anruf von Afschin Ronaghi (56) erreichte, fiel ihr eine große Last von der gebrochenen Schulter.
"Ich hatte die Hoffnung fast schon aufgegeben. So viele Menschen –
darunter auch die lieben Leute von der Hunde-Suche-Hilfe – haben nach
Finni gesucht, aber ohne Erfolg", so die Pensionistin zu "Heute". "Als
der freundliche Herr dann am Samstag anrief und mir sagte, dass er weiß
wo meine Finni ist und er dort wartet, war ich der glücklichste Mensch!
Ich bin aufgrund meines Sturzes, bei dem ich mir einen Trümmerbruch der
Schulter zugezogen habe, ja leider gerade nicht so mobil wie sonst. Eine
liebe, junge Nachbarin ist mit mir dann zu der Fundstelle gefahren",
schildert die 87-Jährige, die am Montag operiert wurde.
Die vierbeinige Ausreißerin war Afschin Ronaghi (56) bereits
Montagmittag aufgefallen. "Sie war panisch an mir vorbeigelaufen. Ich
habe mich sehr gewundert, konnte aber nichts machen, weil sie so schnell
wieder weg war", erinnert sich der Donaustädter. Als der 56-Jährige, der
selbst Hundebesitzer ist, dann den "Heute"-Bericht über die
entlaufene Hündin las, fiel ihm sofort sein Erlebnis vom Vortag ein. Er
hielt auf den Gassi-Runden mit seinem Border-Collie-Münsterländer-Mischling Ludo (13) die Augen offen, bekam Finni aber nicht mehr zu Gesicht.
Bis Samstag: "Ich wohne an der Alten Donau und war am Vormittag mit Ludo
spazieren, als ich einen Hund sah, der Finni zum Verwechseln ähnlich
schaute. Beim genaueren Hinschauen war ich mir dann sicher und habe die
Polizei angerufen. Doch die erklärte sich als nicht zuständig und
verwies mich an die Tierrettung. Diese meinte, dass sie erst kommen
würde, wenn ich den Hund eingefangen habe. Also habe ich im Internet
nach der Nummer der Besitzerin gesucht, da ich ja wusste, dass es einen
Aufruf nach Hinweisen gab", schildert Afschin Ronaghi gegenüber "Heute".
Über eine Stunde "bewachte" der beherzte Hundehalter das Grundstück, auf
dem sich Finni versteckt hatte, nachdem sie durch ein Loch im Zaun
hineingeflitzt war, bis Frauchen Elisabeth eintraf. "Wir haben dann
gemeinsam versucht, Finni herauszulocken, aber sie ließ sich auch von
ihrem Frauchen nicht abrufen. Ich bin dann gegangen, weil ich mir dachte:
Vielleicht fürchtet sich Finni vor meinem Ludo oder gar vor mir."
Und tatsächlich: Nach rund 15 Minuten rufen und locken traute sich die
scheue Hundedame aus ihrem Versteck und näherte sich erst vorsichtig,
dann freudig mit dem Schwanz wedelnd ihrer Besitzerin. "Sie war etwas
zerzaust und sehr hungrig, aber ansonsten ging es meiner Finni gut",
kann Frau Elisabeth im "Heute"-Gespräch wieder strahlen.
Die von der Pensionistin ausgelobte Belohnung von 1.000 Euro lehnte
Finnis Finder kategorisch ab: "Ich habe sehr mit der Dame mitgefühlt.
Als Hundebesitzer leidet man eine Million Ängste, wenn der eigene
Liebling weg ist. Zu helfen, wo ich konnte, war für mich
selbstverständlich", so der bescheidene Donaustädter.
Bis die 87-Jährige von ihrem Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause ist,
kümmert sich nun eine liebe Bekannte um die scheue vierbeinige
Ausreißerin. Für Frau Elisabeth ein triftiger Grund, sich rasch von Sturz
und Operation zu erholen.