Die EU und die südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bilden seit Mitternacht eine riesige Freihandelszone. Das über Jahrzehnte ausgehandelte Abkommen tritt vorerst in Kraft.
Durch den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Für die europäische Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche werden große Chancen gesehen.
Wie NTV unter Berufung auf die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichtet, erwarten 44 Prozent aller international tätigen Unternehmen spürbare Auswirkungen durch das Abkommen.
"Das ist ein starkes Signal", sagte Außenwirtschaftschef Volker Treier.
Der Mercosur-Deal gilt auch als Kampfansage an die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. „Das Mercosur-Abkommen ist weit mehr als Handel: Es ist ein klares Signal gegen Protektionismus“, erklärte der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange.
Kritiker befürchten allerdings, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt und Tierwohl beeinträchtigt werden könnten. Die EU-Kommission weist dies zurück und betont, dass nur Produkte, die europäischen Vorschriften entsprechen, eingeführt werden dürften.
Um den Protesten von Bauern den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat die EU-Kommission zusätzliche Sicherheitsklauseln ausgearbeitet. Bei einem schädlichen Anstieg der Importe oder übermäßigem Preisverfall können rasch Gegenmaßnahmen greifen.
Eine besonders intensive Überwachung ist bei Rindfleisch, Geflügel, Reis, Honig, Eiern und Zucker vorgesehen. Durch die Liberalisierung könnten Preise für importierte Produkte aus Südamerika sinken – etwa für Fleisch, Obst, Kaffee und Soja.