Die EU bringt das Mercosur-Handelsabkommen auf den Weg: Der Deal mit Südamerika soll schon bald teilweise in Kraft treten.
Wie die Europäische Kommission am Montag mitteilte, wurde der letzte notwendige Schritt für die vorläufige Anwendung gesetzt. Mit einer offiziellen "note verbale" an Paraguay – das als Verwahrer der Mercosur-Verträge gilt – wurde das Verfahren abgeschlossen. Grundlage dafür ist ein Beschluss des EU-Rates vom 9. Jänner.
Das Abkommen soll ab 1. Mai vorläufig angewendet werden – allerdings nur mit jenen Mercosur-Staaten, die ihre Ratifizierung rechtzeitig abgeschlossen und die EU darüber informiert haben. Argentinien, Brasilien und Uruguay haben diesen Schritt bereits gesetzt. Paraguay hat das Abkommen ebenfalls ratifiziert und dürfte die entsprechende Mitteilung bald nachreichen.
Durch die vorläufige Anwendung sollen ab dem ersten Tag Zölle auf bestimmte Produkte wegfallen. Ziel ist es, verlässliche Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen zu schaffen. Unternehmen, Konsumenten und Landwirte in der EU sollen damit rasch von den Vorteilen profitieren, während sensible Bereiche durch Schutzmechanismen abgesichert bleiben.
Darüber hinaus soll das Abkommen die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Mercosur-Staaten stärken – etwa bei Themen wie Arbeitsrechten und Klimaschutz. Auch die Lieferketten sollen stabiler werden, insbesondere bei kritischen Rohstoffen.