Zollstreit eskaliert

"Wir sind die Elite" – Trump attackiert die Schweiz

US-Präsident Donald Trump bleibt beim Handelsstreit mit der Schweiz auf Konfrontationskurs. Er macht erneut Druck und droht mit höheren Zöllen.
Newsdesk Heute
22.04.2026, 12:28
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Donald Trump zeigt sich unnachgiebig. Erst vergangene Woche reiste der eidgenössische Bundespräsident Guy Parmelin für weitere Gespräche mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in die Vereinigten Staaten. Doch wie "20 Minuten" berichtet, lässt sich der US-Präsident davon nicht beeindrucken.

In einem Telefonat mit dem US-Sender "CNBC" am Dienstag kritisierte Trump das Handelsdefizit mit der Schweiz. Schon früher störte er sich daran, dass die Schweiz mehr in die USA liefert, als sie von dort importiert.

Das Problem bestehe laut Trump schon seit 15 oder 20 Jahren. Damals hätten die Schweiz und andere Länder mit niedrigeren Steuersätzen begonnen. "Die sind nur Elite, weil wir ihnen erlauben, jedes Jahr 30 oder 40 Milliarden Dollar abzuziehen", so Trump im Interview.

"Wir werden das ein wenig erhöhen"

Trump meint weiter, die Schweiz halte sich für klein und gescheit. "Nun, sie sind brillant, weil sie uns fast nichts zahlen. Jetzt zahlen sie ein bisschen. Aber sie sollten viel mehr zahlen." Dann legt er nach: "Wir werden das ein wenig erhöhen."

Auch über Dänemark äußert sich Trump und spricht über seine Zölle: "Ich habe einigen von ihnen etwas berechnet, und sie haben so laut geschrien, dass man es kaum glauben kann." Da sei ihm klar geworden: "Wir sind die Elite. Wir werden ausgebeutet und das können wir nicht zulassen und das werden sie sehen."

165-Milliarden-Rückzahlung

Hintergrund: Trump hatte im Vorjahr ursprünglich einen Zollsatz von 39 Prozent auf Waren aus der Schweiz eingeführt. Nach Verhandlungen sank dieser zwar auf 15 Prozent. Doch der Oberste US-Gerichtshof hob die länderspezifischen Zölle später wieder auf und erklärte sie für unrechtmäßig.

Das Urteil sei ein "kleiner Rückschlag" gewesen, so Trump. Dennoch hätten ihm einflussreiche Richter in der Zolldebatte Recht gegeben. Weil ihm aber zwei Stimmen gefehlt hätten, müsse die USA die Steuern jetzt zurückzahlen.

Seit Montag können betroffene Unternehmen über ein Onlineportal der US-Regierung die Rückerstattung der Zölle beantragen. Laut Schätzungen der US-Zollbehörde geht es um rund 165 Milliarden US-Dollar.

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