Alexander Smuk, der Sprecher der Berufsgruppe Versand- und Internethandel, schlägt Alarm: Die geplante Paketsteuer der Bundesregierung – 2 Euro Aufpreis pro Paket – wird das Ziel, nämlich Billigplattformen aus Drittstaaten mit gefährlichen und nicht zugelassenen Produkten fair zu besteuern, nicht erreichen. Wie es in einer Aussendung heißt, befürchtet Smuk, dass diese Plattformen Schlupflöcher finden und die Abgabe letztlich die Falschen trifft.
In einem offenen Brief an die Bundesregierung warnt er eindringlich vor den Folgen einer solchen Steuer. Im Brief betont Smuk, dass der Online-Handel ein wichtiger Pfeiler der heimischen Wirtschaft ist. Laut einer EcoAustria-Studie haben österreichische Unternehmen im Jahr 2023 über digitale Kanäle einen Umsatz von 57,9 Milliarden Euro erzielt. Der Online-Handel trage 13,1 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei, sichere 250.000 Arbeitsplätze.
Besonders für kleine und mittlere Betriebe ist der digitale Vertrieb entscheidend für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, heißt es weiter. Für viele Menschen, vor allem ältere, mobilitätseingeschränkte Personen oder Bewohner am Land, ist der Online-Handel keine Spielerei, sondern eine echte Notwendigkeit, wird argumentiert. Doch die geplante Paketsteuer bedrohe diesen Wirtschaftszweig massiv.
Der Plan belaste tausende österreichische Betriebe und Arbeitsplätze und treffe am Ende genau jene, die auf den Online-Versand angewiesen sind, so der Experte. Smuk fordert die Regierung daher auf, diese Pläne nicht weiterzuverfolgen und bittet um ein dringendes Gespräch. Billigplattformen aus Drittstaaten sollen laut Smuk fairer besteuert werden, aber: "Die geplante Paketsteuer wird dieses Ziel aber nicht erreichen."
Für die betroffenen Händler bleibt laut Smuk oft nur übrig, die Paketsteuer an die Kundschaft weiterzugeben. Das bedeutet: Die Steuer wird direkt von dir als Konsument getragen und führt zu einer weiteren finanziellen Belastung. Die Abgabe wirkt preistreibend und heizt die Teuerung weiter an – das steht im direkten Widerspruch zu den angekündigten Entlastungen der Bundesregierung, wie etwa der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel.
Für viele Haushalte wird der Entlastungseffekt durch die neue Steuer wieder aufgehoben. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen. Für viele Menschen am Land oder mit eingeschränkter Mobilität ist der Online-Versand oft die einzige Möglichkeit, an wichtige Waren oder Medikamente zu kommen. Die neue Steuer gefährdet damit nicht nur den Handel, sondern auch die Versorgung der Schwächsten in unserer Gesellschaft.
Statt für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen, schafft die Paketsteuer laut Smuk eine systematische Benachteiligung für heimische Händler und europäische Anbieter mit Sitz in Österreich. Die Kosten für Transport, Logistik, Energie und Bürokratie steigen ohnehin ständig. Ein zusätzlicher "Österreich-Aufschlag" im Online-Handel würde die Lage für österreichische Unternehmen und EU-Anbieter nur weiter verschlechtern, während Drittstaaten-Plattformen kaum erfasst werden.
Durch die Plattformhaftung im Gesetzesentwurf werden tausende kleine österreichische Unternehmen indirekt belastet, die ihre Produkte über Online-Marktplätze verkaufen. Für diese Betriebe ist der Online-Vertrieb keine Option, sondern die Existenzgrundlage. Es sei nicht vertretbar, budgetpolitische Maßnahmen auf dem Rücken einer ohnehin unter Druck stehenden Branche auszutragen.
Das neue Gesetz bringt außerdem einen Haufen an Bürokratie mit sich: Aufzeichnungs-, Erklärungs- und Meldepflichten widersprechen laut Smuk dem Ziel des Bürokratieabbaus. Der Rechnungshof hat im Februar 2026 festgestellt, dass die Behörden derzeit gar nicht in der Lage sind, die Umsätze im grenzüberschreitenden Versandhandel nachzuvollziehen. Damit kann die Regelung gar nicht ordentlich vollzogen werden – zum Nachteil der heimischen Firmen und zum Vorteil der Billigplattformen.
Auch europarechtlich sieht Smuk die Maßnahme auf wackeligen Beinen. Eine Abgabe, die fast ausschließlich wenige Unternehmen trifft, verstößt gegen das Diskriminierungsverbot und die Warenverkehrsfreiheit im EU-Binnenmarkt. Die Paketsteuer steht im Widerspruch zur laufenden EU-Zollreform und könnte einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zersplitterung des digitalen Binnenmarkts schaffen. Smuk verweist auf Ungarn, das mit ähnlichen Sondersteuern vor einem Vertragsverletzungsverfahren steht – so einen Weg dürfe Österreich nicht einschlagen.
Die Forderung des Versand- und Internethandels ist klar: Die Paketsteuer darf nicht Gesetz werden. Smuk appelliert an die Bundesregierung, die Pläne zu stoppen und gemeinsam nach europarechtskonformen Alternativen zu suchen, die faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, ohne Konsumenten, Handel und Gesundheitsversorgung zu schädigen.
"Österreichs Wirtschaft und Österreichs Konsumentinnen und Konsumenten brauchen planbare und faire Rahmenbedingungen - keine Sonderbelastungen, die Preise treiben, vulnerable Gruppen treffen und im internationalen Vergleich isoliert dastehen."