Länger arbeiten sollen viele – doch genau das wird für immer mehr Frauen in Österreich zum Problem. Neue Zahlen zeigen: Immer mehr Frauen über 60 verlieren ihren Job und landen in der Arbeitslosigkeit. Seniorenvertreterinnen schlagen deshalb Alarm.
Besonders deutlich wird das beim Blick auf die Zahlen: Im März waren 4.670 Frauen im Alter von 60 Jahren arbeitslos - rund dreieinhalb Mal so viele wie Anfang 2024. Bei den 61-Jährigen ist die Entwicklung noch drastischer: Hier hat sich die Zahl der Arbeitslosen sogar verzehnfacht.
Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec bringt es auf den Punkt: "Die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt über 50 ist nicht besser, sondern schlechter geworden." Gemeinsam mit Birgit Gerstorfer vom Pensionistenverband fordert sie jetzt Maßnahmen.
Vor allem Unternehmen seien gefragt, ältere Arbeitnehmer länger zu beschäftigen. Gleichzeitig wird über Anreize – aber auch mögliche Konsequenzen für Betriebe – diskutiert.
Für viele Betroffene ist die Lage besonders schwierig. Wer in diesem Alter seinen Job verliert, hat oft kaum Chancen, wieder eine neue Stelle zu finden. Gleichzeitig steigt das Pensionsalter – das heißt: länger arbeiten, aber oft ohne Job.
Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit nimmt deutlich zu. Frauen mit 60 sind im Schnitt rund 350 Tage ohne Beschäftigung, bei 61-Jährigen sogar etwa 400 Tage.
Ganz so düster ist das Bild aber nicht: Viele Frauen über 60 bleiben weiterhin im Job – und arbeiten sogar länger als früher. Das Problem betrifft vor allem jene, die einmal aus dem Arbeitsmarkt herausfallen. Länger arbeiten ist das Ziel – doch ohne Job wird das für immer mehr Frauen zur Herausforderung.