Wie so viele kämpft auch der Süßwarenhersteller Manner mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation. 2025 verzeichnete man einen Gewinnrückgang von 14 Mio. auf 5 Mio. Euro. Grund dafür sind vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise und eine nicht geplante Abschreibung einer Haselnussfarm in Aserbaidschan.
Jetzt kündigt CEO Dieter Messner im Gespräch mit dem "Kurier" eine weitreichende Änderung an: Die legendären Manner-Schnitten sollen künftig weniger Zucker enthalten. "Der Zuckerreduktion können wir uns nicht verschließen und das greifen wir auch an", so der Unternehmenschef.
Einer Sprecherin zufolge soll es sich dabei aber nur um eine zusätzliche Variante handeln. An der "Grundsorte" und deren Rezeptur soll sich demnach nichts ändern. Vor allem am deutschen Markt könne sich eine weniger süße Variante großer Beliebtheit erfreuen.
Der Traditionsbetrieb steht massiv unter Druck. Vor allem die explodierenden Rohstoffpreise setzen Manner zu. So sei der Kakaopreis von früher rund 2.000 bis 3.000 Euro pro Tonne zeitweise auf bis zu 12.000 Euro gestiegen – eine Vervierfachung.
Auch bei Haselnüssen gibt es Probleme: Die eigene Farm in Aserbaidschan liefert noch nicht wie geplant. 180.000 Bäume wurden gepflanzt, doch die große Ernte lässt auf sich warten. Gleichzeitig dominieren wenige Player den Weltmarkt. "70 Prozent der Produktion kommen aus der Türkei", erklärt Messner.
Um effizienter zu werden, plant das Unternehmen auch eine Straffung des Angebots. Aktuell gibt es knapp 300 Produkteinheiten – "das ist zu viel", so Messner. Künftig soll das Sortiment reduziert werden. Zudem setzt man auf mehr Flexibilität und schnellere Entscheidungen: "Wir wollen als kleines Unternehmen unseren Vorteil nutzen."
Eine Sache stellt der CEO jedoch klar: Am ikonischen Erscheinungsbild wird nicht gerüttelt. "Ich werde weder das Rosa noch den Schriftzug verändern", betont Messner.
Zusätzliche Herausforderungen kommen von regulatorischer Seite. Die EU hat ein Problem mit der bekannten Verpackung der Schnitten. Der Alu-Papier-Verbund mit rotem Faden gilt als schwer recycelbar.
Messner ging im Interview hart mit der EU ins Gericht. "Die Behörden und die EU müssen aufpassen, dass sie ihre Industrie nicht zerstören. Es werden zu viele Aufgaben aufgebrummt, wieder aufgeweicht – keiner kennt sich aus. So kann kein Mensch arbeiten", kritisierte er.
Trotz steigender Kosten will Manner am Standort Wien festhalten. Eine Verlagerung sei derzeit kein Thema, da sich die hohen Investitionen nicht rechnen würden.