Gerstensaft wird klimafit

Wunder-Getreide – So soll unser Bier gerettet werden

Hitze und Dürre bedrohen die klassischen Bier-Zutaten. In den USA setzen Brauer jetzt auf neues, klimafittes Getreide. Prost!
Bernd Watzka
02.05.2026, 09:05
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Das Feierabend- und Wochenendbier könnte sich verändern. Schuld ist die Klimakrise, die Hopfen, Gerste und Wasserreserven zunehmend unter Druck setzt. In den USA tüfteln Brauer und Landwirte deshalb an Lösungen - und setzen dabei auf ein ungewöhnliches Getreide.

"Was ist das überhaupt?"

In der Deschutes Brauerei in Bend (US-Bundesstaat Oregon) entsteht derzeit Bier mit einer neuen Zutat: Kernza. Dieses mehrjährige Weizengras gilt als besonders klimafreundlich. Es braucht weniger Wasser, muss nicht jedes Jahr neu angebaut werden und bindet sogar CO2 im Boden.

"Viele Menschen fragen zuerst: Was ist das überhaupt?", sagte Brauer Ben Kehs zum britischen "The Guardian". Doch genau solche Innovationen sind entscheidend, um Bier auch in Zukunft leistbar und verfügbar zu halten, heißt es.

Hoffnungsträger für Landwirtschaft

Kernza ist ein nachhaltiges, mehrjähriges Getreide, das aus dem Mittleren Weizengras (Thinopyrum intermedium) gewonnen wird. Es gilt als Hoffnungsträger für die Landwirtschaft, da es tief wurzelt, den Boden schützt, weniger Dünger benötigt und als klimafit gilt. Die Körner werden für Backwaren, Müsli und Bier verwendet.

Hopfen stark bedroht

Die klassischen Zutaten des beliebten Gerstensafts geraten zunehmend in Gefahr. Vor allem der Hopfen ist empfindlich. Zahlreiche Anbauflächen liegen in Regionen, die immer öfter unter Dürre leiden. 

"Wir steuern auf das vierte Jahr in Folge mit Dürre zu - das gab es früher so nicht", sagt US-Hopfenforscher Ryan Christian aus dem Yakima Valley (Bundesstaat Washington). Die Folge: schlechtere Ernten, steigende Preise und unsichere Versorgung.

Hitzeresistente Pflanzen gewünscht

In Laboren wird daher mit Hochdruck an neuen Sorten gearbeitet. Ziel sind Pflanzen, die Hitze, Trockenheit und Krankheiten besser aushalten. Gleichzeitig experimentieren Brauer mit Alternativen wie Kernza, um unabhängiger zu werden.

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