Ein Durchbruch aus Wien sorgt für Hoffnung im Kampf gegen die Klimakrise. Zwei Physikerinnen der TU Wien haben gezeigt, dass sich CO2 deutlich schneller in Gestein binden lässt als bisher angenommen.
Statt Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten könne der Prozess nur wenige Jahre dauern, erklären die Wissenschaftlerinnen Ulrike Diebold und Giada Franceschi. Im Fokus ihrer Forschung steht das Mineral Wollastonit.
Der entscheidende Faktor ist Wasser: Gibt man geringe Mengen hinzu, verändert sich die Struktur des Kohlendioxids. Unter dem Elektronenmikroskop wird sichtbar, wie sich das CO2 an das Wollastonit bindet und schließlich verfestigt.
"Kohlendioxid ist normalerweise völlig gerade aufgebaut", erklärt Diebold. In dieser Form reagiert es nicht mit dem Gestein. Erst durch das Wasser wird das Molekül "verbogen" und kann eine feste Verbindung eingehen, so Franceschi.
Das Ziel ist klar: CO2 aus der Atmosphäre holen und dauerhaft speichern. Die Umwandlung in Gestein gilt dabei als besonders sichere Methode.
Erste Tests zeigen, dass rund zwei Drittel des eingebrachten CO2 bereits innerhalb von zwei Jahren in Mineralien gebunden werden konnten. Bisher ging man davon aus, dass dieser Prozess deutlich länger dauert.
Fakt ist: Aus Luft wird Stein - und genau das könnte im Kampf gegen den Klimawandel zum Gamechanger werden.