Schockierender Fund im Trinkwasser: Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 hat Proben aus allen neun Bundesländern untersuchen lassen - mit einem klaren Ergebnis. Die sogenannte Ewigkeits-Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) ist in nahezu allen getesteten Wasserproben nachweisbar.
Wie stark die Belastung in den einzelnen Bundesländern ist, soll am 5. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert werden. Schon jetzt sorgt der flächendeckende Nachweis für Aufregung.
Trifluoressigsäure ist eine stark ätzende, synthetische, vollständig fluorierte Carbonsäure, die als perfluoriertes Derivat der Essigsäure gilt. Sie ist farblos, stechend riechend, extrem stabil und in der Umwelt praktisch nicht abbaubar. Der Stoff kann Leberschäden verursachen, warnen Forscher.
Parallel dazu hat das Europäische Parlament seine Position für neue Chemikalien-Regeln festgelegt. Zwar bleiben zentrale Schutzstandards bestehen - etwa das Verbot besonders gefährlicher Stoffe in Kosmetika. Doch aus Sicht von Kritikern gehen die Maßnahmen nicht weit genug.
Unverantwortlich: Künftig dürfen Unternehmen bestimmte - bereits als gefährlich eingestufte - Stoffe noch bis zu einem Jahr lang weiter in Produkten verwenden, so die EU. Ein umfassendes Verbot besonders problematischer Chemikalien wie PFAS wurde nicht umgesetzt, kritisieren Umweltschützer.
Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling übt scharfe Kritik: "Gesundheit ist keine Verhandlungsmasse." Zwar sei es gelungen, wichtige Verbote zu sichern, insgesamt sei das Paket aber zu schwach ausgefallen - und somit "eine klare Verschlechterung für die Gesundheit der Menschen in Europa".
Besonders kritisch sieht Schilling, dass krebserregende Stoffe weiterhin für einen begrenzten Zeitraum am Markt bleiben dürfen. Das untergrabe das Vertrauen der Verbraucher in Produkte wie Kosmetik.