Die Belegschaft des steirischen Unternehmens Promotool wurde am Montag bei einer Betriebsversammlung über die Schließung mit Jahresende informiert. Zudem wurde auch das AMS-Frühwarnsystem aktiviert, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
Das Unternehmen gehört zur deutschen Rudi-Göbel-Gruppe und produziert seit über 50 Jahren im Murtal. Trotz Investitionen – etwa fünf Millionen Euro für eine neue Halle 2018 und eines Magna-Auftrags 2023 (Teile für den Mercedes G) – ist nun Schluss.
CEO Frank Pichler nennt wirtschaftliche Gründe: "Wir haben bereits in der Vergangenheit die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, und sind trotzdem auf kein positives Ergebnis gekommen. Die wirtschaftliche Gesamtleistung hat nicht mehr gepasst."
Die Entscheidung sei schwer gefallen, auch wegen der regionalen Verbundenheit: "Mein Vater hat Promotool 2004 gekauft, da lag ein Insolvenzantrag vorbereitet am Tisch. Es steckte viel Herzblut drin."
"Als Familienunternehmen geht es uns nicht um Quartalsergebnisse, wir denken in langen Zeiträumen. Aber hier sehen wir keinen anderen Weg", heißt es weiter.
Als Gründe nennt Pichler auch schwache Konjunktur, Konkurrenz aus Asien und hohe Kosten: "Die Bedingungen in Österreich sind schlecht, selbst im Vergleich mit Deutschland, wo die Personalkosten auch nicht gering sind."
Die Stimmung im Betrieb ist laut Mitarbeitern "katastrophal". Bürgermeister Harald Bergmann spricht von einem "harten Schlag für die Region" und kritisiert: "So kann man mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht umgehen."
Beim AMS Murtal läuft das Frühwarnsystem. Leiterin Sabine Gaßner zeigt sich zuversichtlich: "Wir sind positiv gestimmt, dass der Arbeitsmarkt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auffangen wird. Fachkräfte sind gefragt."