Die Pleite des Kremser Kunststoff-Barons Thomas Hörhan sorgte letztes Jahr für Aufregung: Gleich vier seiner Betriebe mussten Insolvenz anmelden. Der findige Unternehmer und vormalige ÖVP-Politiker hatte das Land mit seinen Kunststoffprodukten versorgt – von der Babyflasche bis zur Bierkiste, von Autoteilen bis zu Mülltonnen – und plante weiterzumachen. Doch weder die Verfahrenskosten noch die fünfprozentige Barquote wurden gedeckt.
Das, obwohl die betroffenen Gläubiger Ende 2025 am Landesgericht Krems den von Hörhan vorgelegten Sanierungsplänen in allen vier Insolvenzverfahren zugestimmt hatten. Ihnen wurde die Mindestquote von 20 Prozent in Aussicht gestellt, wovon fünf Prozent als Barquote bis 28. Februar zu bezahlen waren. Das ist nicht passiert.
Somit konnten die besagten Sanierungspläne für drei Unternehmen der Hörhan-Gruppe nicht besiegelt werden, heißt es seitens des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV). Betroffen sind demnach die HT Electronic Systems GmbH, die ROBUST Plastics GmbH sowie die AKG Plastics GmbH.
Werden keine neuen Sanierungsplananträge eingebracht, beginnt die Zerschlagung der betroffenen Betriebe: Wie der AKV in Aussicht stellt, wird dann die Insolvenzverwalterin mit der Verwertung beginnen.
Vor rund sechs Jahren gab sich Hörhan noch als Retter: Als der Kremser Unternehmer 2020 die Übernahme der insolventen Robust Plastics GmbH verkündete, sorgte das für Aufsehen. Es handelte sich damals um die drittgrößte Pleite Oberösterreichs – mit Passiva von rund 17 Millionen Euro, etwa 500 betroffenen Gläubigern und rund 100 Beschäftigten, die um ihre Arbeitsplätze bangten.
Die damalige Kundenliste soll Unternehmen wie Audi, BMW, KTM, Coca-Cola, Pepsi, Vöslauer und Baxter umfasst haben, schrieben die Oberösterreichischen Nachrichten. Und Hörhan sah darin große Chancen: "Die Perspektive ist gegeben. Die Kunden halten uns die Stange, und auch mit den Lieferanten sind wir in guten Gesprächen", sagte er gegenüber den OÖN.
Um die Sanierung abzuschließen, müsse ein Fünftel der Belegschaft abgebaut werden. Und den Gläubigern bot Hörhan damals an, innerhalb von zwei Jahren ein Drittel der offenen Forderungen zurückzuzahlen. Die offenen Löhne trug der staatliche Insolvenzentgeltfonds.
Doch die ambitionierten Pläne des Investors scheiterten. Schon vor der Corona-Pandemie sah sich Hörhan mit Problemen konfrontiert, veranlasste Sanierungsschritte. Der Umsatzeinbruch während der Pandemie – es sollen 50 Prozent weggebrochen sein – ließ die von Hörhan prognostizierten Chancen schnell verpuffen. Zuletzt kämpfte Hörhan auch privat mit Geldproblemen.
Wie der AKV schrieb, soll Hörhans persönlicher Schuldenberg 2025 bereits 4,2 Millionen Euro erreicht haben. Dem stand damals ein Privatvermögen von ca. 1,15 Millionen Euro gegenüber, wovon aber nur 297.000 Euro unbelastet waren. Seitens des Unternehmers gab es dazu gegenüber "Heute" keine Stellungnahme.