Ohne Tierversuche gäbe es vermutlich die moderne Medizin nicht – ein ethisches Dilemma, denn um Menschenleben zu retten, sterben jedes Jahr Tausende Tiere. "Wir wollten eine Alternative entwickeln, die besser vorhersagt, wie etwas im menschlichen Körper funktioniert", sagte der Gründer und Geschäftsführer von LifeTaq, Manfred Taschner, vor wenigen Monaten gegenüber dem Online-Medium brutkasten. Jetzt ist das Klosterneuburger BioTech-Startup pleite.
Auch weil Ergebnisse aus Tierversuchen nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar sind, wolle LifeTaq eine bessere Alternative bieten. Die technologische Lösung dazu sah der 1985 geborene Taschner in einer vollautomatisierten Kulturmaschine für 3D-Gewebemodelle in der Wirkstoffforschung. Einen Schwerpunkt legte das Unternehmen dabei auf die sogenannte "Lungenbarriere" – jene Grenzfläche, die viele inhalierbare Medikamente überwinden müssen, um im Körper wirksam zu werden.
Vergangenen Herbst startete LifeTaq eine Crowdinvesting-Kampagne auf der Plattform Rockets. Trotz negativer Bilanzen stellte man für 2027 einen Break-even sowie bis zu vier Millionen Euro Gewinn in Aussicht. Den eigenen Behauptungen nach sollte das Unternehmen bereits ab vier verkauften Maschinen profitabel sein. Mehr als 300.000 Euro konnten so eingesammelt werden.
Zuvor hatte das Unternehmen bereits mehrere Förderungen, darunter 3,5 Millionen Euro im Rahmen eines Leuchtturmprojekts der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und kleinere Investments erhalten. Hightech-Maschinen im Bio-Tech-Bereich sind entsprechend kostenintensiv. Doch ab 2023 trübten sich die Aussichten.
Ein Jahr später war die wirtschaftliche Lage noch angespannter: Für 2024 wies das Unternehmen einen Bilanzverlust von rund 1,2 Millionen Euro aus. Der Verlustvortrag beläuft sich auf rund 654.500 Euro. Der laufende Verlust während dieses Jahres belief sich auf etwa 536.500 Euro.
Nur wenige Monate nach der erfolgreichen Crowd-Finanzierung musste LifeTaq nun einen Konkursantrag einbringen. Das berichten die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV. Damit ist die Fortführung des Unternehmens grundsätzlich ausgeschlossen.
Zwar wäre ein nachträglicher Sanierungsantrag theoretisch möglich, doch gilt das als unwahrscheinlich. Offen bleibt, ob jetzt die Konkurrenz innerhalb der Branche zuschlägt, denn sowohl Technologie als auch verbliebene Vermögenswerte können im Zuge eines Konkursverfahrens von anderen Unternehmen übernommen und weiterverwertet werden.