Nach dem Tod eines Kleinkindes in Groß Gerungs (Bezirk Zwettl, NÖ) richtet sich der Fokus der Ermittlungen auf die genaue Todesursache. Auf "Heute"-Nachfrage hat die Staatsanwaltschaft Krems bestätigt, dass für die 29-jährige Mutter die U-Haft beantragt wurde. Sie befindet sich weiterhin im Krankenhaus.
Der 15 Monate alte Bub war am Mittwochnachmittag, dem 18. Februar 2026, gemeinsam mit seiner schwer verletzten Mutter in der Wohnung in Groß Gerungs entdeckt worden. Der 32-jährige Vater soll von der Arbeit nach Hause gekommen und die beiden nebeneinander liegend aufgefunden haben. Er wählte gegen 17 Uhr den Notruf. Während für das Kleinkind jede Hilfe zu spät kam, wurde die 29-Jährige ins Krankenhaus eingeliefert. Sie ist jetzt außer Lebensgefahr.
Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Behörden davon aus, dass die Mutter mit dem Tod ihres Sohnes in Zusammenhang stehen könnte. Es wird vermutet, dass die 29-Jährige ihr Kind getötet und anschließend einen Suizidversuch unternommen hat.
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Die "Kronen Zeitung" schreibt, die Frau habe sich selbst Schnittwunden mit einem Messer zugefügt. Weiter soll ein Ermittler laut "Krone" den Verdacht geäußert haben, "das Kind könnte erstickt worden sein". Der plötzliche Kindstod wird dagegen ausgeschlossen.
Franz Hütter von der Kremser Staatsanwaltschaft gab an, die Verdächtige befinde sich noch im Krankenhaus und habe kurz befragt werden können.
Wie genau das Kind ums Leben kam, ist weiterhin Gegenstand intensiver Ermittlungen und soll in einer bereits angeordneten Obduktion geklärt werden. Ergebnisse der Obduktion liegen bisher keine vor. Offensichtliche äußere Verletzungen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht am Kindskörper festgestellt. Die Polizei NÖ verweist auf "Heute"-Anfrage auf die Staatsanwaltschaft Krems, diese hält sich zu weiteren Details bedeckt.
Der Fall hat die Bevölkerung der Waldviertler Gemeinde tief erschüttert. Während die Ermittlungen laufen, soll geklärt werden, was sich in der Wohnung tatsächlich abgespielt hat. Auf Facebook schreibt eine Frau aus der Ortschaft über die Mutter: "Die Familie wohnt neben uns. Keiner hat mit so etwas gerechnet. Jedes Mal, wenn ich die zwei (Mutter und Bub, Anm.) gesehen habe, hat die Mutter gestrahlt vor Glück." Und weiter: "Bemerkt hat man nichts. Sie waren immer glücklich. Sie hatte auch immer den Kleinen bei sich, egal wo."