Mehr als 40 Jahre Erfahrung sammelten die Betreiber in der Lebensmittelindustrie, bevor sie 2019 in Sankt Pölten die Aprosell Frucht GmbH gründeten. Jetzt, nur wenige Jahre später, ist das Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Fruchterzeugnissen, Marmeladen und Aufstrichen spezialisiert hat, insolvent.
2021, mitten in der Corona-Pandemie, feierte man den Auftakt eines neuen Produktionsanlagen-Projekts. 2023 folgte schließlich der "Beginn der Projektabwicklung im Werk der Aprosell Frucht GmbH in Sankt Pölten", wie noch immer auf der firmeneigenen Webseite zu lesen ist. Produzieren wollte man vorwiegend Eigenmarken für den Lebensmittelhandel sowie Industriekunden.
Die Bündelung der Produktion in St. Pölten sei eine strategische Reaktion auf Marktanforderungen gewesen, heißt es weiter. Mehr Flexibilität und kürzere Lieferzeiten, eine stabile und verlässliche Wertschöpfungskette vom "Feld bis zum Tisch" sollten gerade unter schwierigen Bedingungen während der Pandemie den Erfolg sichern.
Doch mehrere wirtschaftliche Schläge brachten den noch jungen Betrieb ins Wanken: "Forderungsausfälle im Großkundengeschäft, die Beendigung einer Fremdfinanzierung und hohe Personalkosten in Summe" sollen laut der Gläubigerschutzorganisation Creditreform zur Zahlungsunfähigkeit der Aprosell Frucht GmbH geführt haben.
Über das Vermögen des schuldnerischen Unternehmens wurde am Dienstag am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Anton Hintermeier bestellt. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 7,59 Millionen Euro. Aktuell sind vier Mitarbeiter beschäftigt. Wie es mit ihnen weitergeht, ist derzeit noch vollkommen offen.
Zur Zahl der Gläubiger lagen zunächst keine Angaben vor. Ihnen soll jedoch eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent angeboten werden, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans. Auch gab man sich zuversichtlich, dass die Rettung des Unternehmens über den Einstieg eines Investors gelingen könne – laut den Angaben der Aprosell Frucht GmbH soll es bereits Interessenten geben.