"Es war ein Schock für die ganze Familie und mich", sagt Patrick Daniels. Wie "Heute" berichtet hatte, waren die beiden Lokale, die der 59-Jährige zusammen mit seiner Familie betreibt, nach einem massiven Felssturz im Juni 2024 nur sehr schwer zu erreichen. Schon damals klagte Daniels über die daraus resultierenden Umsatzeinbrüche – diese Woche folgte schließlich die Insolvenz.
"Bei uns kamen in kurzer Zeit mehr als eine Viertelmillion Euro an Außenständen zusammen", fasst Daniels die wirtschaftliche Lage der De Daniels OG zusammen. In konkrete Zahlen gegossen: Die Verbindlichkeiten belaufen sich, laut Alpenländische Kreditorenverband (AKV), auf etwa 388.000 Euro. Rund 40 Gläubiger sollen betroffen sein.
Auf den Schock folgte ein längeres Drama: Am 3. Juni 2024 waren bei Aggsbach-Dorf (Bezirk Melk) rund 13.000 Kubikmeter Felsgestein abgegangen. Es folgte eine Sperre der Bundesstraße B33. All das, nachdem bereits die anhaltende Teuerung bei Lebensmitteln und gestiegene Energiekosten infolge des russischen Angriffskrieges dem Betrieb, der das "DeDaniels im Aggsteinerhof" sowie das "DeDaniels Dorfgasthaus" in Rappoltenkirchen betreibt, schwer zugesetzt.
Am Dienstag, 24. Februar 2026, wurde über das Vermögen der De Daniels OG am Landesgericht St. Pölten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet – das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.
Bei den Betreibern, Patrick Daniels und Sohn Benedict, handelt es sich um Köche mit profunder Erfahrung. Vater Patrick erlernte sein Handwerk unter anderem im belgischen Sternerestaurant "Gulden Schalmei" und war später in renommierten Häusern in Belgien, Österreich und der Schweiz tätig. In Wien kochte er unter anderem im Muschelrestaurant "Centraal" sowie als Privatkoch für diplomatische Vertretungen.
Benedict Daniels absolvierte seine Ausbildung im Schlosspark-Hotel Mauerbach und war später Sous-Chef im Hotel Regina in Wien. Daneben sammelte bei Großveranstaltungen wie dem Wiener Opernball Erfahrung. Im DeDaniels im Aggsteinerhof ist er verantwortlich für ein Angebot, das den Bogen von klassischer Hausmannskost bis zu exklusiven Caterings spannt.
Trotz der Pleite möchte Familie Daniels den Betrieb ihrer Lokale aufrechterhalten. Der aktuelle Sanierungsplan sieht vor, den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent anzubieten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Laut eigenen Angaben wurden bereits Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Das detaillierte Sanierungskonzept muss allerdings noch im Zuge des Verfahrens vorgelegt und geprüft werden. Forderungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Michael Schwarz aus St. Pölten bestellt. Die Anmeldefrist für Forderungen läuft bis 7. April 2026. Die Prüfungstagsatzung findet am 21. April statt. Die Sanierungsplantagsatzung ist für den 19. Mai angesetzt.
Sollte die Sanierung gelingen, dürfen sich die Fans solider Küche auf heimische und auch internationale Highlights freuen, die den DeDaniels-Lokalen schon in der Vergangenheit einen guten Ruf eingebracht haben. Moules-frites zum Beispiel. "Ein klassisches Gericht der belgischen Küche, das aus frischen Miesmuscheln und den typischen selbst geschnittenen Pommes frites besteht", schwärmt Patrick Daniels: "Das gibt es nur bei uns."
Und weil sein Enthusiasmus auch nach vielen schweren Monaten anhält, weiß er: "Wir werden unsere Kräfte bündeln, kämpfen und bestehen bleiben. Denn, es ist ein guter Ort hier mitten in der schönen Wachau."