Der Schönheitswahn nimmt immer schlimmere Formen an. Kurpfuscher reisen von Stadt zu Stadt, bieten in Airbnbs ihre verbotenen und vor allem gefährlichen Dienste an. Aktuell befassen sich Ermittler mit einer illegalen Klinik im Raum Wiener Neustadt (NÖ), Mitte Februar kam es zu einer Hausdurchsuchung. Seit vergangenem Sommer sollen hier drei Frauen ihre Dienste mit Hyaluronsäure, Botox und anderem angeboten haben.
Eines der dort stark verpfuschten Opfer wandte sich in der Folge an einen renommierten Facharzt der plastischen Chirurgie. "Die Frau hatte ausgeprägte Schmerzen, nachdem ihr eine gigantische Menge Hyaluron gespritzt wurde", sagt Dr. Harald Beck zu "Heute".
Die Vorgeschichte: "Sie wollte ihr Gesäß und ihre Brüste besser gestalten", doch leider geriet die Handelsangestellte an die falsche Person. Eine Kosmetikerin, ohne medizinische Ausbildung, "ordinierte" im Raum Wiener Neustadt im Keller eines ganz normalen Wohnhauses.
8.000 Euro zahlte die etwa 40-jährige Niederösterreicherin für die Behandlung. Der Facharzt ist verwundert über die Höhe der Kosten: "Das ist vergleichbar mit Preisen eines echten Chirurgen!" Für ein wenig Extra-Kohle bot die "Kosmetikerin" auch noch eine Narkose an, das hätte sie in die Venen gespritzt, doch die Kundin lehnte ab.
Mit Spritzen – so kommt das Hyaluron in den Körper – gab es Minuten später ein gröberes Problem. Es zeigt, wie amateurhaft das Geschäft ablief: "Die Behandlerin ist draufgekommen, dass ihre Spritzen gar nicht passen", erzählt der echte Mediziner weiter, "sie hat einen Verwandten angerufen und ihn zur Apotheke geschickt."
Eine Woche nach dem Keller-Horror kam die Patientin zu Dr. Beck in die Ordination. Jetzt wird er in zwei bis drei Operationen den Schaden minimieren, "100 Prozent wird es nicht, aber wir werden in mehreren Schritten versuchen die Hyaluronsäure im Körper aufzulösen."
Dann erzählt der Chirurg noch: "Ich habe der Frau geraten, wieder hinzugehen, ihr Geld zurückzuverlangen – das ist klar Kurpfuscherei!" Das hat die Frau gemacht, doch die Kosmetikerin weigerte sich, das Geld auszuzahlen. Danach kam es zur Anzeige und die "Klinik" bekam Besuch von Ermittlern – eine 31-Jährige wurde festgenommen.