Missglückte Behandlungen, "verpfuschte" Patientinnen und Patienten, mangelnde Hygienestandards – innerhalb kürzester Zeit wurden in Wien im vergangenen Herbst neun illegale Beauty Kliniken ausgehoben. Doch Probleme gibt es weiterhin – besonders durch Fake-Ärzte aus dem Osten, die für nur kurze Zeit in der Stadt sind, Eingriffe vornehmen und danach wieder verschwinden. "Diese Personen sind extrem schwer zu fassen", warnt nun Harald Beck, Facharzt für plastische Chirurgie.
Die Vorgehensweise ist meist dieselbe: Die Personen mieten sich in Wien kurzzeitig eine Airbnb-Wohnung. Meistens ist ein Instagram-Account der einzige Kommunikationskanal, über den man als Patient Termine vereinbaren kann. "Diese Personen sind keine Ärzte, haben keine fixe Adresse, behandeln ein paar Kunden in einer Wohnung und sind dann wieder weg", erzählt Beck. Er fordert mehr Handlungsspielraum für die Gruppe Sofortmaßnahme und Maßnahmen seitens der Ärztekammer, um das Problem in den Griff zu bekommen.
Professionell gestaltete Social Media Accounts und viele Vorher-Nachher-Bilder von vermeintlich erfolgreichen Behandlungen suggerieren Seriosität und Vertrauen. Der Preis ist meist nicht das ausschlaggebende Kriterium, warum Patienten diese Fake-Einrichtungen aufsuchen. "Bei denen kosten die Behandlungen vielleicht zwei Drittel des Preises, den sie bei mir bezahlen würden. Also es ist nicht um sehr viel günstiger", so Beck. Seit 2010 ist er als Facharzt tätig; 2017 hat er ein Ästhetikzentrum im 1. Bezirk eröffnet.
Schmerzen, unschöne Ergebnisse, abgestorbenes Gewebe – wenn nicht zugelassene Ärzte Behandlungen durchführen, sind es letztendlich die Patienten, die schwere Schäden davontragen können. Doch wohin wenden sich Betroffene im Ernstfall?
"Das öffentliche Spital ist eigentlich die falsche Adresse", meint Beck. Der Experte rät, einen Facharzt für ästhetische Chirurgie, plastische Chirurgie, Allgemeinmedizin oder Dermatologie aufzusuchen. "Personen, die sich auf dem Gebiet auskennen, können am besten helfen. Ärzte in Krankenhäusern haben teilweise selten mit solchen Problemen zu tun", so der Experte.