Insolvenzen anhaltend hoch

Bauwirtschaft in NÖ unter Druck – nächste Firma pleite

Zur Insolvenz der KÜ-BOHR aus Maria Anzbach sind wenige Details bekannt. Die Pleite reiht sich aber in eine Reihe an Insolvenzen im Baugewerbe ein.
Aram Ghadimi
10.02.2026, 21:02
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Aktuelle Inflationszahlen zeigen, dass die Regierung Erfolge bei der Eindämmung der Teuerung erzielt hat. Dennoch bleibt der auf der Baubranche lastende wirtschaftliche Druck bestehen, die schwache Konjunktur erholt sich derzeit kaum, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO am Dienstag bekanntgab.

Auch die Insolvenz der KÜ-BOHR Betonbearbeitungs- u. Vertriebsgesellschaft m.b.H. reiht sich hier ein. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) schreibt, kann das Unternehmen seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Das Landesgericht St. Pölten eröffnete daher am 10. Februar 2026 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Der Antrag dazu wurde vom Unternehmen mit Sitz in Maria Anzbach, das vorbereitende Baustellenarbeiten sowie Bauinstallation anbietet, selbst eingebracht.

NÖ zählte im Vorjahr 1.100 Pleiten

Die aktuelle Insolvenz reiht sich in eine weiterhin hohe Zahl an Firmenpleiten in Niederösterreich ein. Im Jahr 2025 wurden landesweit rund 1.100 Unternehmensinsolvenzen gezählt. Besonders betroffen sind laut Kreditschützern Handel, Gastronomie und Bauwirtschaft. Insgesamt waren fast 4.000 Arbeitnehmer und über 8.000 Gläubiger von Firmenpleiten betroffen.

Ob und in welcher Form die KÜ-BOHR fortgeführt werden kann, soll im Rahmen eines Sanierungsplans geklärt werden. Gläubiger können ihre Forderungen bis 17. März 2026 anmelden. Berichts-, Prüfungs- und Gläubigerversammlung finden allesamt am 31. März 2026 statt.

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Gläubiger entscheiden über Zukunft

Am 5. Mai 2026 entscheidet sich schließlich, ob die Gläubiger den Sanierungsplan annehmen. Über eine mögliche Quote wurde bis dato nichts bekannt. Die Kontrolle über die verbliebene Insolvenzmasse geht vom Schuldner auf den vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter über. Im Fall der KÜ-BOHR wurde der Rechtsanwalt Dr. Walter Anzböck aus Tulln zum Insolvenzverwalter bestellt.

Gelingt es, den Sanierungsplan zu erfüllen, dann erlöschen die Restschulden des Unternehmens. Bürgen und sonstige Mitschuldner haften den Gläubigern weiterhin in voller Höhe.

Keine Erholung erwartet

Auch für 2026 rechnen Kreditschützer nicht mit einer Erholung: "Der Anstieg im vierten Quartal (des Vorjahres, Anm.) zeigt deutlich, dass das hohe Kostenniveau bei Energie, die Inflation und der anhaltende Personalmangel massive Auswirkungen auf die Betriebe haben", sagt Brigitte Dostal vom Kreditschutzverband KSV1870.

Geopolitische Unsicherheiten belasten zudem Niederösterreichs exportorientierte Wirtschaft. Deshalb gehen Kreditschützer davon aus, dass sich die Insolvenzzahlen in Niederösterreich auch 2026 auf ähnlich hohem Niveau weiterbewegen werden – und rechnen mit über 1.000 Firmenpleiten im heurigen Jahr.

{title && {title} } agh, {title && {title} } Akt. 11.02.2026, 10:11, 10.02.2026, 21:02
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