Seit fast zwei Jahren kämpft Lisa K. (39) mit ihren drei Kindern (7, 9 und 15 Jahre) ums (finanzielle) Überleben. Die 39-Jährige aus Krems (NÖ) zog im März 2024 bei ihrem damaligen Ehemann aus: "Er erhielt damals eine polizeiliche Wegweisung, es gab auch sechs Monate lang eine einstweilige Verfügung gegen ihn", erzählt die Dreifach-Mama im Gespräch mit "Heute".
Im Juni 2024 folgte die Scheidung: "Wir waren 17 Jahre lang zusammen und 14 Jahre verheiratet. Er hat mich von Anfang an schlecht behandelt, wir hatten häufig Meinungsverschiedenheiten. Ich weiß nicht, warum ich so lange bei ihm geblieben bin. Die letzten Jahre habe ich einfach nur noch durchgehalten", berichtet die Niederösterreicherin.
Verbale Ausfälligkeiten, Eifersucht und Kontrollzwang sollen bei ihrem Ex-Mann immer wieder Thema gewesen sein. "Er hat mir den Kontakt zu Freunden untersagt, ich war ziemlich abgeschottet. Auch mit Geld hat er nie umgehen können", meint Lisa K.
Gemeinsam mit den drei Kindern ist die 39-Jährige in eine Genossenschaftswohnung gezogen – ohne Heizung: "In der Not habe ich die Wohnung leider nehmen müssen. Ich heize mit einem Holzofen meiner Oma, die 2023 verstorben ist, wir kochen auch darauf. Wir versuchen, beim Wasser- und Stromverbrauch zu sparen."
Auch, wenn Lisa K. immer wieder Wege findet, sich und die Kinder über Wasser zu halten – finanziell ist es sehr schwierig. Ein Vollzeit-Job kommt aufgrund der zwei kleinen Kinder nicht infrage, die Niederösterreicherin arbeitet daher im Moment nur geringfügig: "Ich bin beim AMS gemeldet und suche eine Teilzeit-Arbeitsstelle, etwa im Verkauf."
Das Geld fehle an allen Ecken und Enden: "Ich beziehe 940 Euro Notstandshilfe, dazu kommen rund 700 Euro Familienbeihilfe. Die Miete allein macht bereits 560 Euro aus. Zum Glück erhalte ich Unterstützung von der Caritas und der Tafel und kaufe auch im Sozialmarkt ein", erklärt die Alleinerzieherin, die 2024 die Matura fertig gemacht hat und Psychologie oder Ernährungswissenschaften studieren würde.
Der Kindsvater wurde zwar zu Unterhalt verpflichtet, da er aber den Zahlungen nicht nachkam, musste der Staat einspringen: "Im vergangenen Dezember wurden mir auf seinen Antrag hin die Alimente auf 30 Euro pro Kind gekürzt. Begründet wurde dies vom Gericht damit, dass mein Ex-Mann seit 1. November 2025 Krankengeld bezieht."
Bereits zuvor war der Unterhalt gekappt worden: "Der Betrag wurde von 990 Euro auf 790 Euro herabgesetzt, da mein ältester Sohn im Sommer 2025 eine Lehre begonnen hat. Ich hätte mir von den Institutionen wie dem Gericht mehr Unterstützung erwartet", ist Lisa K. enttäuscht.
"Heute" fragte beim zuständigen Landesgericht Krems nach: "Aufgrund überwiegender berechtigter Interessen von anderen Verfahrensbeteiligten, insbesondere der minderjährigen Kinder, kann im konkreten Fall keine Auskunft erteilt werden", heißt es in einer Stellungnahme.
Und weiter: "Ich kann Ihnen jedoch grundsätzlich versichern, dass in entsprechenden Unterhaltsverfahren die rechtlichen Voraussetzungen genau geprüft werden. Die Unterhaltshöhe richtet sich nach der Leistungsfähigkeit des/der Unterhaltspflichtigen sowie der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen. Diese Leistungsfähigkeit kann durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit eingeschränkt sein, was ebenfalls durch das Gericht mit Anfragen an Sozialversicherungsträger und Arbeitgeber überprüft wird."
Das Ex-Paar hat derzeit noch die gemeinsame Obsorge, die 39-Jährige kämpft vor Gericht um die alleinige. Im März findet die nächste Verhandlung im Sorgerechtsstreit statt: "Mein Ex hat ein Besuchsrecht, er darf die Kinder unter Aufsicht sehen. Sie fürchten sich aber vor ihm und wollen ihn nicht treffen. Ich hingegen muss ein Mal pro Woche eine Erziehungsberatung in St. Pölten absolvieren."
Der Kampf ums finanzielle Überleben zehrt – wie etwa gegen die Kürzung des Unterhalts: "Ich bin an die Medien gegangen, weil es für mich die einzige Möglichkeit ist, diese Ungerechtigkeit aufzuzeigen und anzuprangern. Ich bin leider kein Einzelfall. Irgendetwas läuft hier falsch, da Unterhaltszahlungen gänzlich ausgesetzt oder auf eine unrealistische Summe herabgesetzt werden." Die Kraft, jeden Tag weiterzumachen, würden ihr die Kinder schenken: "Ich weiß, dass sie mich brauchen."