Immer öfter kommt es in Österreich zu Zwangsversteigerungen. Laut einer aktuellen Auswertung des Immobilien-Analyseportals SmartFacts wurden 2025 bundesweit 1.559 Zwangsversteigerungstermine anberaumt – insgesamt 507 Termine mehr als noch 2024 (1.092). Das entspricht einem österreichweiten Anstieg um 42,8 Prozent binnen des vergangenen Jahres.
In Niederösterreich haben die schwache Wirtschaftslage, zahlreiche Insolvenzen und Personalabbau in vielen Betrieben zur deutlichen Zunahme beigetragen. Zwischen Enns und Leitha wurden im Vorjahr 388 Termine anberaumt – ein Plus von 39,4 Prozent im Jahresvergleich. Kein anderes Bundesland weist so viele zwangsversteigerte Häuser, Wohnungen und Gewerbeobjekte auf. Niederösterreich bringt es auf rund ein Viertel aller Termine österreichweit. Hinter Niederösterreich folgen Wien mit 374 Terminen und die Steiermark mit 240.
Besonders stark betroffen sind Wohn- und Gewerbeimmobilien. Die Zahl der Versteigerungen von Wohnimmobilien stieg um 54,6 Prozent, jene von Gewerbeimmobilien um 52,1 Prozent. Bei Grundstücken gab es hingegen einen leichten Rückgang von 7,1 Prozent.
Während es in Wien und der Steiermark zu Anstiegen kam, gab es im Burgenland (-41,6 Prozent) und in Salzburg (-48,4 Prozent) massive Rückgänge. Kärnten blieb nahezu stabil (-1,2 Prozent). Vorarlberg verzeichnete mit einem Plus von 109 Prozent einen Rekord-Zuwachs.
Deutlich gestiegen ist auch das Schätzwertvolumen der versteigerten Immobilien. Dieses kletterte von 437 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 705 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Anstieg um 61,4 Prozent. Besonders stark fiel das Plus bei Wohnimmobilien aus (+84,3 Prozent). Bei Gewerbeimmobilien betrug der Zuwachs 58,9 Prozent, während Grundstücke ein Minus von 10,7 Prozent verzeichneten.
Österreichweit erhöhte sich auch die Pro-Kopf-Zahl der angesetzten Versteigerungen deutlich: von 11,9 auf 17,0 Termine pro 100.000 Einwohner. Damit ist wieder das Niveau der Jahre 2017 und 2018 erreicht.
SmartFacts Data Services beobachtet seit fast 20 Jahren den Markt für Zwangsversteigerungen in Österreich und wertet dabei sämtliche Objekte, Schätzwerte, Erlöse und Erfolgsquoten aus. Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Die wirtschaftliche Lage schlägt sich zunehmend auf dem Immobilienmarkt nieder – besonders stark in Niederösterreich.