Immo-Jongleur vor Gericht

Nach Mega-Pleite – "Mini-Benko" verurteilt

Mini-Benko Lukas N. stand vergangene Woche wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. Nun wurde ein Konkursverfahren gegen die LNR Real Estate eröffnet.
Aram Ghadimi
28.01.2026, 17:54
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Sein Immobilienimperium war längst in die Pleite gerutscht, ein Masseverwalter wurde bestellt, um das möglicherweise noch vorhandene Kapital zu prüfen und zu verwalten. Auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelte – und trotzdem frönte Mini-Benko Lukas N. weiterhin seinem luxuriösen Lebensstil.

Geschäftsführer von 35 Firmen

Am Donnerstag vor zwei Wochen stand der 33-jährige Niederösterreicher, für einen ersten Verhandlungstag, vor Gericht – allerdings nicht im niederösterreichischen Klosterneuburg, wo sich der Firmensitz der LNR Real Estate befindet, sondern in Wien, wo N. in zahlreiche Immobiliengeschäfte involviert war. So auch am Rennweg 72–74, wo konkursbedingt seit Monaten die Arbeiten ruhen.

Das Millionen-Projekt eines zahlungsunfähigen LNR-Tochterunternehmens musste gestoppt werden. Der besagte Masseverwalter soll die Baugenehmigung bis Ende 2027 verlängert haben. Ob jedoch der luxuriöse Dachausbau jemals fertig wird, ist völlig unklar. Laut Kreditschützern war N. als Geschäftsführer von 35 Unternehmen tätig.

Konten verheimlicht

Insgesamt 147 Millionen Euro fordern Gläubiger von N. Doch, anstatt alles zu tun, um seine Schulden zu begleichen, soll N. zwischen dem 27. Oktober 2024 und Weihnachten desselben Jahres rund 145.000 Euro von zwei dem Masseverwalter unbekannten Konten behoben haben. Während N. weiter im Luxus lebte, wurde so der Befriedigungstopf für die Gläubiger weiter geschmälert.

Mit der LNR, die mittlerweile von seinem Vater geführt wird, soll der 33-Jährige eine Darlehensvereinbarung gehabt haben. Seine Argumentation: Er habe die beiden Konten ausschließlich zur Abrechnung von Firmenausgaben genutzt  – so etwa für Dienstreisen, Geschenke an Investoren, Geschäftsessen und Ähnliches.

Streit mit Martin Ho

"Vermögen habe ich keines, meine Schulden betragen seit dem Konkurs 80 Millionen Euro", sagte der in der Bau-Branche bekannte N. am Wiener Landesgericht. Ebenfalls in Wien hatte er dem vormaligen Novomatic-Forum (bis heute eine Baustelle) einen neuen Anstrich verpasst: Das denkmalgeschützte Gebäude wurde trotz Schutzauflagen weiß gestrichen. Der skandalumwobene Gastronom Martin Ho eröffnete darin ein Lokal, das er aber wieder schloss, nachdem ein Streit zwischen ihm und N. ausgebrochen war.

"Sind nur Verrechnungskonten"

Vor Gericht gestellt, bestritt der 33-Jährige alle Vorwürfe und bekannte "nicht schuldig". Über die besagten Konten habe er Zahlungen an einzelne Gesellschaften getätigt, um etwa Baumaterial zu finanzieren. Es habe sich lediglich um "Verrechnungskonten" gehandelt. Auch am zweiten Verhandlungstag zeigte sich Lukas N. selbstbewusst.

Den Schöffensenat überzeugte das nicht. Die einberufenen Schöffen schenkten seinen Ausführungen wenig Glauben. Am vergangenen Freitag fiel das Urteil: Es lautet 18 Monate bedingte Haft – nicht rechtskräftig.

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