Schwere Verletzungen

Häftling stirbt nach Prügel – "Mutter will Aufklärung"

Justizwachebeamte sollen auf den 30-Jährigen eingeschlagen haben: Nach dem Tod eines Insassen sind laut Anwalt Gerhard Jarosch "viele Fragen offen".
Erich Wessely
28.01.2026, 14:07
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Der Fall erschüttert: Ein 30-Jähriger sollte am 3. Dezember 2025 vom Häfen Hirtenberg (Bezirk Baden) in die Psychiatrie in Baden überstellt werden, die Amtshandlung entglitt aber völlig.

Wegen des nassen Bodens soll der Insasse ausgerutscht und auf sein Betonbett, welches laut "Falter" entgegen ärztlicher Anordnung gar nicht in der Zelle stehen sollte, gefallen sein.

So sollen sich schwere Kopfverletzungen (u.a. Kehlkopfbruch, Jochbogenbrüche, Schädel-Hirn-Trauma durch Einblutungen) ergeben haben. Noch wehrte sich aber der Häftling, schimpfte, soll Faust- und Schlagstockschläge im Beinbereich erlitten haben, nochmal "fiel er mit dem Kopf gegen Wand und Fliesenboden", wie es im Protokoll heißt.

Halsklammer bei Fixierung eingesetzt

Bei der Fixierung soll auch eine Halsklammer eingesetzt worden sein. Am Weg ins Spital mit dem Kleinbus bemerkten die Beamten, dass sich der 30-Jährige nicht mehr rührt, Rettungskräfte reanimierten zwei Stunden lang, im Krankenhaus in Eisenstadt starb der Häftling im Schockraum.

"Verdacht auf akute Psychose"

Zuvor war der wegen Drogen und anderen Delikten inhaftierte Mann im Häfen Stein untergebracht gewesen, immer wieder gab es Vorfälle um den Mann, ein Arzt attestierte am 20. November laut "Falter" den "Verdacht auf akute Psychose". Warum er dann einfach nach Hirtenberg und nicht gleich in die Psychiatrie überstellt wurde? Unklar.

Gegen zwölf Justizwachebeamte wird jetzt ermittelt, Anwalt Gerhard Jarosch vertritt die Mutter des Opfers: "Es ist zu überprüfen, ob die Justizwache anders hätte handeln müssen", sagt er zu "Heute". "Die Mutter will Aufklärung." Wie geht es weiter? Spannung birgt das endgültige gerichtsmedizinische Gutachten, Einvernahmen stehen noch an, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die schwer in Kritik geratene Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) kündigte eine externe Kommission an, die alle Vorgänge überprüfen soll.

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