Tourismus-Pionier wird 85

Rogner-Vermächtnis: "Blumau und Albanien, sonst nichts"

Tourismuspionier Robert Rogner blickt vor seinem 85er auf harte Anfänge, mutige Projekte und seine besondere Verbindung zu Albanien zurück.
Newsdesk Heute
03.05.2026, 08:40
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Robert Rogner wird am 10. Mai 85 Jahre alt – und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Der gebürtige Kärntner aus Aich bei Velden hat sich vom Maurerlehrling zum internationalen Tourismuspionier hochgearbeitet. Sein Weg war alles andere als leicht. "Damals waren alle arm", erinnert er sich im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" zurück. Zwei Zimmer, wenig Perspektiven – und sogar aus der Schule flog er, "weil ich nicht so schön angezogen war".

Der Ehrgeiz ließ ihn trotzdem nie los. Sein Antrieb: "Mein Motor war, mich aus der ganzen Armut herauszuarbeiten." Stillstand war für ihn nie eine Option. "Ich wollte immer nur vorwärts, rückwärts gab es bei mir nie." Diese Haltung prägte seine gesamte Karriere – von Kärnten bis weit über die Landesgrenzen hinaus.

Chance im Chaos

Ein besonders prägendes Kapitel schrieb Rogner in Albanien. Zu einer Zeit, als kaum jemand dorthin wollte, setzte er auf das Land. "Ich hab mir immer die ganz schwierigen Sachen angetan", sagt er heute. "Land war in einem Zustand, den kann man sich nicht vorstellen. Aber das störte mich nicht, es munterte mich eher auf."

Seine Entscheidung, in Tirana ein Hotel zu bauen, war damals ein Wagnis. Doch Rogner blieb: "Ich liebe dieses Albanien bis heute", sagt er. Ein Satz, der viel über seinen Zugang verrät: Wo andere Probleme sehen, erkennt er Chancen.

Auch in Österreich musste er sich oft durchkämpfen. Besonders beim Bau des Rogner Bad Blumau. Es zählt heute zu den besten Thermen Österreichs. "Als Kärntner in der Steiermark etwas zu bauen, war nicht einfach", erzählt er. Die Region war arm, viele Häuser verfallen. Dennoch hatte er eine Vision. "Meine Vision war die Fortsetzung der Kärntner Feriendörfer."

"Ein heiliger Ort"

Unterstützung bekam er schließlich von Künstler Friedensreich Hundertwasser. Die Zusammenarbeit entwickelte sich fast magisch. Nach anfänglichen Zweifeln kam der Künstler zurück und sagte: "Das ist ein heiliger Ort, wir machen es." Für Rogner war das der Startschuss für eines der außergewöhnlichsten Thermenprojekte Europas. Auch er ist sicher: "Es gibt hier viele Kraft- und Energiepunkte in der Erde."

Trotz aller Erfolge blieb sein Weg steinig. Das Land wollte genau über der Thermalquelle eine zentrale Mülldeponie errichten, Förderungen gab es deshalb keine. "Wir haben keinen Schilling bekommen, mussten alles selber zahlen." Doch genau solche Herausforderungen trieben ihn immer an.

Privat blieb er dabei bodenständig. Zwei Kinder, seine Frau Melitta als wichtige Stütze – und dennoch oft das Gefühl, alleine zu kämpfen. "Man hat mich nie verstanden, auch die Politik nicht", sagt er. Ein Angebot Jörg Haiders, Minister zu werden, lehnte er ab. "Ich bin dafür nicht geeignet."

"Blumau und Albanien, sonst nichts"

Heute denkt Rogner darüber nach, was noch kommt. Ganz fertig ist er noch nicht. "Ich überlege, ob ich noch weiter investieren soll." Große Projekte will er aber nicht mehr beginnen. Sein Lebenswerk soll künftig von anderen weitergeführt werden.

Was sein Vermächtnis sein wird? Für Rogner ist die Antwort klar: "Blumau, ein Unikat, und Albanien, sonst nichts. Wie ich das alles zusammengebracht habe, weiß ich selbst nicht mehr."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.05.2026, 09:29, 03.05.2026, 08:40
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