Fast sechs Jahre lang soll ein 38-Jähriger Geld vom AMS bezogen haben, obwohl er sich wiederholt im Ausland aufhielt. Jetzt musste sich der Kosovare wegen Betrugs am Landesgericht Korneuburg verantworten.
Wer Leistungen vom AMS erhält, muss Auslandsaufenthalte melden. Während dieser Zeit besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Bezüge. Genau das soll der 38-Jährige insgesamt achtmal nicht getan haben.
Wie die "Niederösterreichischen Nachrichten" berichten, hielt sich der Mann zwischen dem 24. Dezember 2020 und dem 13. März diesen Jahres achtmal im Kosovo auf, ohne das AMS Mistelbach darüber zu informieren. Dabei kam einiges zusammen: Insgesamt soll er 10.375,46 Euro zu Unrecht erhalten haben.
Vor dem Richter Manuel Walcherberger zeigte sich der Angeklagte geständig. "Wenn ich schuldig bin, werde ich dafür geradestehen", erklärte er laut "NÖN".
Als Grund für seine Reisen schilderte der 38-Jährige eine schwierige persönliche Phase. Er sei arbeitslos gewesen, habe eine Scheidung hinter sich und seinen Vater verloren. In den Kosovo sei er gefahren, "um den Kopf freizukriegen".
Mittlerweile habe sich seine Situation stabilisiert. Der bisher unbescholtene Mann arbeitet laut Bericht wieder am Bau und verdient dort nach eigenen Angaben gut.
Auch mit dem AMS hat der 38-Jährige bereits eine Vereinbarung getroffen. Seit Anfang Juni zahlt er demnach monatlich 780 Euro zurück. Sein Verteidiger Mirsad Musliu plädierte für eine Diversion. Sein Mandant habe sein Fehlverhalten eingesehen und bereits mit der Wiedergutmachung begonnen.
Auch der Richter zeigte sich grundsätzlich bereit, dem Mann noch eine Chance zu geben. "Es ist an der Grenze", sagte Walcherberger angesichts der Schadenshöhe. Dennoch stellte er eine diversionelle Erledigung in Aussicht.
Die Bedingungen dafür sind deutlich: Der gesamte Schaden muss zurückgezahlt werden, zusätzlich soll der 38-Jährige eine Geldbuße von 1.200 Euro leisten. Auch die Staatsanwaltschaft muss zustimmen.
Der 38-Jährige zeigt sich zuversichtlich, die offene Summe rasch zurückzahlen zu können. Nach seiner Rechnung soll nach rund einem Jahr alles beglichen sein.