Schüler schockt mit Geständnis

"Ich will 5er, damit meine Eltern Sozialhilfe kriegen"

Die Situation an Österreichs Schulen spitzt sich weiter zu. Jetzt schildern Lehrer und Direktoren, wie schlimm die Lage wirklich ist – die Details.
Nicolas Kubrak
03.09.2026, 14:57
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Die Integrationsprobleme an den heimischen Bildungsstätten werden immer größer. Aufgrund von fehlenden Deutschkenntnissen, religiösen Konflikten und problematischen Geschlechterbildern geraten Pädagogen vermehrt an ihre Grenzen.

Wegen Sozialhilfe: Schüler will extra Fünfer

Am Donnerstag lud das Bundeskanzleramt Lehrer und Direktoren aus ganz Österreich zu einem Runden Tisch ein, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich der Arbeitsalltag an heimischen Schulen tatsächlich gestaltet. Fotos wurden bei dem Termin keine gemacht. Wie "Heute" erfuhr, fürchtete das Lehrpersonal Konsequenzen, sollte es sich öffentlich zu den Problemen äußern.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die geschilderte Realität ist erschreckend: Die Teilnehmer berichteten von Schülern, die aufgrund von Sozialleistungen bewusst schlechte Leistungen erbringen, von Burschen, die liberalen Musliminnen Kleidungs- und Verhaltensvorschriften aufzwingen wollen, sowie von eigenen Klassen für straffällig gewordene Schüler.

Lehrer und Direktoren enthüllen: So geht es in Klassenzimmern zu

  • "Liberale muslimische Schülerinnen werden von Mitschülern unter Druck gesetzt, weil sie ihnen vorschreiben wollen, wie sie sich zu kleiden und zu verhalten haben."
  • "Bitte geben Sie mir einen Fünfer, dann kann ich weiter in die Schule gehen, muss nicht arbeiten und meine Familie bekommt weiterhin Sozialleistungen."
  • "Ich muss eine eigene Klasse für straffällig gewordene Schüler einrichten, um die anderen vor ihnen zu schützen.“

"Lehrer sollen nicht zu Polizisten werden"

Diese Umstände möchte Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) nicht akzeptieren. "Lehrkräfte brauchen klare Handlungsmöglichkeiten und unsere Rückendeckung, wenn es um religiös begründete Konflikte geht, wenn zum Beispiel einzelne Schüler Druck auf ihre Mitschülerinnen machen. Lehrkräfte sollen sich auf den Unterricht konzentrieren können und sie sollen keinesfalls zu Polizisten im Klassenzimmer werden", hielt sie fest.

Integrationsworkshops für Lehrkräfte

Die VP-Ministerin möchte Pädagogen daher stärker unterstützen – mit eigenen Workshops, Seminaren und klaren Handlungsempfehlungen für schwierige Situationen im Klassenzimmer. Die Projekte sollen vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) unter Federführung der Top-Integrationsexpertin Emina Saric erarbeitet werden.

Folgende Themen sollen bei den Workshops im Mittelpunkt stehen: Ehrkultureller Druck, problematische Geschlechterbilder, religiös begründete Konflikte oder Druck auf einzelne Schülerinnen und Schüler. Die Workshops sollen online und in Präsenz für ganz Österreich verfügbar sein.

Es wird darum gehen, wie problematische Entwicklungen erkannt werden können, wie sie im Klassenzimmer angesprochen werden können, wo Lehrkräfte Unterstützung bekommen, was ihre Rolle ist und was umgekehrt auch nicht ihre Verantwortung ist.

Ministerin dankt Lehrern und Direktoren

Bauer: "Das ist etwas, was mein Ressort, das Integrationsressort, ganz konkret beitragen kann, um Lehrkräfte und Schulleitungen zu unterstützen. So kurz vor Schulstart möchte ich allen Lehrerinnen und Lehrern, Direktorinnen und Direktoren ausdrücklich Danke sagen, dass sie diesen Problemen täglich den Kampf ansagen, um den vielen Kindern, die mit Fleiß und Begeisterung dabei sind, eine echte Chance zu geben."

{title && {title} } nico, {title && {title} } 03.09.2026, 14:57