Mit Schulbeginn tritt das neue Kopftuchverbot in Kraft, doch schon jetzt gehen die Wogen hoch. Im neuen Schuljahr dürfen Mädchen unter 14 Jahren in Österreich kein Kopftuch in Klassen mehr tragen. In der Steiermark prallen dazu nun Islamvertreter und Politiker von FPÖ und ÖVP aufeinander.
Mehmed Celebi, Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft in der Steiermark, kritisiert gegenüber der Kleinen Zeitung, dass das Gesetz Mädchen ihre Mündigkeit nehmen würde. Denn das Kopftuch ist auch dann verboten, wenn ein Mädchen es selbst tragen möchte.
FPÖ-Klubobmann Marco Triller weist dieses Argument zurück. "Wenn bereits junge Mädchen unter dem Einfluss ihres familiären und religiösen Umfelds ein Kopftuch tragen, soll uns das allen Ernstes als Ausdruck kindlicher Selbstbestimmung verkauft werden. Wer das Kinderkopftuch auf diese Weise verharmlost, leistet patriarchaler und religiöser Indoktrinierung Vorschub", so Triller in der Kleinen Zeitung.
Der Streit könnte schon bald vor dem Verfassungsgerichtshof landen. Celebi kündigte an, Betroffene bei einem Gang vor das Höchstgericht unterstützen zu wollen, um das Gesetz noch zu kippen. Sollte es bestehen bleiben, würde man es "selbstverständlich respektieren".
Auch darauf reagiert Triller scharf: "Sich vordergründig zur Einhaltung unserer Gesetze zu bekennen und gleichzeitig Zustände schönzureden, gegen die sich die Intention des Gesetzes richtet, ist eine fadenscheinige Doppelmoral".
Unterstützung für das Verbot kommt auch von ÖVP-Landtagsabgeordnetem Lukas Schnitzer. "Wir wollen, dass Kinder frei und ohne ehrenkulturellen Druck aufwachsen. Deshalb haben wir uns für das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eingesetzt – Integrationsministerin Claudia Bauer setzt in der Bundesregierung den richtigen Schritt", sagt er laut Kleine Zeitung.
Für Schnitzer steht das Verbot für den Schutz vor religiösem Zwang und ideologischer Beeinflussung. "Wer Integration ernst meint, muss klare Regeln aufstellen und deren Einhaltung auch konsequent einfordern."