Skurriler Auftritt in der ZiB2

Muslime-Chef: "Verstehe Boykott des Kopftuch-Verbots"

In der ZiB2 hat Ümit Vural, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft, mit verwunderlichen Aussagen über das Kopftuch-Verbot aufhorchen lassen.
Heute Politik
02.09.2026, 17:15
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Er gilt als durchaus polarisierend: Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ). Am Dienstagabend sorgte er in der ZiB2 bei Armin Wolf mit Aussagen zum Kopftuch-Verbot an Schulen und zum politischen Islam für Kopfschütteln bei den 488.000 Zusehern.

"Wir müssen die Bedenken verstehen"

Wolf kofrontierte Vural gleich zu Beginn mit Aussagen der Lehrergewerkschaft, wonach es bereits Aufrufe zum Boykott des Kopftuch-Verbots gebe – wie berichtet hatte ja auch die Sozialistische Jugend zu einem "Schulstreik" gegen das "rassistische" Verbot aufgerufen. Die Antwort des Muslime-Chefs: "Wir müssen die Bedenken verstehen. Ich habe Verständnis dafür, dass sich zivilgesellschaftliche Organisationen zusammenschließen und derartige Streiks organisieren".

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"Überhaupt" kein Aufruf zum Gesetzesbruch

Als Aufruf, ein geltendes Gesetz zu missachten, meine er das "überhaupt nicht", so Vural. "Wir müssen aber die Bedenken der Familien gelten lassen, die sagen, das Gesetz ist verfassungswidrig und sie möchten sich auf ein Verfahren einlassen", zeigte er einmal mehr Verständnis für Widerstand gegen das Verbot.

Kopftuch als "Entscheidung der Kinder"

Die Intention des Gesetzes sei das Kindeswohl, so der IGGÖ-Präsident. Man müsse genau darauf schauen, dass dieses auch bei der Umsetzung des Gesetzes beachtet wird. "Das darf nicht dazu führen, dass sich Kinder bei der Umsetzung ausgegrenzt, beschämt oder belächelt fühlen." Er spreche hier sowohl für Mädchen, die das Kopftuch ablegen, als auch für jene, "die für sich entschieden haben, das Kopftuch weiter zu tragen".

"Das Gesetz gilt. Aber …"

Wolf warf Vural vor, dass er nicht ganz klar sage: "Das Gesetz gilt jetzt einmal." Die spannende Antwort: "Ich sage das ganz klar: Das Gesetz gilt, es ist umzusetzen, es ist zu respektieren. Aber ich habe doch nicht das Recht, über die Köpfe der Kinder zu entscheiden. Es ist die persönliche Entscheidung der Kinder." Nachsatz: Eltern müssten ihren Kindern sagen, dass sie kein Kopftuch zu tragen hätten. "Aber wenn Mädchen weiterhin Kopftuch tragen, dann kann ich nur sagen: Okay, das ist ihre Entscheidung."

Falschinfo auf der IGGÖ-Website

Auf der Website der IGGÖ wird Kindern beim Thema Kopftuch wörtlich suggeriert: "Wichtig ist: Ohne Beisein deiner Eltern darf die Schule nicht mit dir über dein Kopftuch sprechen." Diese Aussage sei definitiv falsch, konterte Wolf, genau das sehe das Gesetz in einem ersten Schritt bei einem Verstoß gegen das Verbot vor. Vurals Standpunkt ist ein anderer: "Ich glaube nicht, dass es falsch ist." Und: Man solle die Diskussion nicht auf dem Rücken der Kinder austragen.

"Verbot des politischen Islam unscharf"

Thema war auch das von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ins Spiel gebrachte Verbot des politischen Islam. Da gab sich der Muslime-Chef kritisch: Die Definition, die Stocker für den Polit-Islam verwende, sei "ungenau, unscharf und nicht geeignet, um ein Gesetz darauf zu stützen". Außerdem gebe es bereits Instrumente und Gesetze, um gegen demokratiefeindliche Gesinnungen und extremistische Bewegungen vorgehen zu können.

{title && {title} } pol, {title && {title} } 02.09.2026, 17:15