60 Millionen Euro vom Staat, bis zu 400 Millionen Euro an Investitionen: Mit einem neuen Förderprogramm will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) Österreichs Forschung endlich stärker zu Geld machen.
Denn bei der Forschung ist Österreich europaweit ganz vorn dabei. Das entsprechend in wirtschaftliche Stärke umzusetzen, gelingt aber noch nicht genug. Mit einer Forschungsquote von 3,34 Prozent liegen wir auf Rang drei in der EU. Beim tatsächlichen Innovations-Output reicht es aber nur für Rang acht.
Genau diese Lücke soll jetzt geschlossen werden.
"Österreich ist Forschungs-Europameister, aber noch kein Innovations-Europameister", sagte Hattmannsdorfer bei der Vorstellung des neuen Programms "Leading Companies & Ecosystems" im Rahmen des Forum Alpbach am Mittwoch.
Der Plan: Große Leitbetriebe sollen gemeinsam mit KMU, Start-ups und Forschungseinrichtungen neue Technologien entwickeln und daraus möglichst rasch Produkte, Produktion und Arbeitsplätze in Österreich machen.
"Gerade im Wettbewerb mit den USA und Asien müssen wir Zukunftstechnologien nicht nur erforschen, sondern auch in Österreich entwickeln, produzieren und wirtschaftlich nutzen", erklärte Hattmannsdorfer.
Dafür stellt das Wirtschaftsministerium insgesamt 60 Millionen Euro bereit. Gefördert werden sollen drei bis vier große Projekte. Pro Vorhaben sind bis zu 20 Millionen Euro möglich.
Abgeschaut hat sich Österreich das Modell in Finnland. Dort gibt es ein ähnliches Programm bereits seit 2020. Dessen Ziel war es ursprünglich, mit einem Euro Förderung 3,90 Euro an zusätzlichen Forschungsinvestitionen auszulösen. Bei ersten abgeschlossenen Projekten waren es laut Ministerium sogar 6,60 Euro.
„Mehr Fokus und maximale Wirkung bei öffentlichen Förderungen und dem Einsatz von Steuergeld.“Wolfgang HattmannsdorferWirtschaftsminister (ÖVP)
Hattmannsdorfer hofft nun auf einen ähnlichen Effekt in Österreich. Bei vergleichbarer Wirkung könnten aus den 60 Millionen Euro Fördergeld bis zu 400 Millionen Euro an Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen entstehen.
"Wir müssen nicht alles neu erfinden. Gute Standortpolitik heißt auch, über den Tellerrand zu schauen und von den Besten zu lernen", betont Hattmannsdorfer.
Der Minister will öffentliche Förderungen insgesamt gezielter einsetzen. Das Motto: "Weniger Gießkanne, mehr Fokus und maximale Wirkung."
Das Geld soll dabei nicht nur bei Großkonzernen landen. Ein wesentlicher Teil ist ausdrücklich für KMU, Start-ups und Forschungseinrichtungen vorgesehen.
Die großen Unternehmen sollen als Zugpferde dienen. Sie bringen Geld, internationale Märkte und Produktionsmöglichkeiten ein, kleinere Firmen und Forscher liefern Spezialwissen und neue Technologien.
Das Programm "Leading Companies" ist Teil der Schlüsseltechnologie-Offensive der Industriestrategie Österreich 2035. Von 117 geplanten Maßnahmen sind laut Ministerium bereits 43 umgesetzt oder in Umsetzung.
"Mit Leading Companies setzen wir den nächsten Schritt der Industriestrategie um und bringen Unternehmen und Forschung gezielt zusammen", erklärt Hattmannsdorfer.
Die Industriestrategie soll beitragen, Österreich unter die zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt zu bringen.