Endspurt in den großen Ferien, in zwei Wochen startet im Osten Österreichs die Schule. In vielen Familien ist das Weiterkommen der Kinder eine gefährliche Kostenfalle. Durchschnittlich 720 Euro pro Kind und Jahr geben Familien für bezahlte Nachhilfe aus.
Das zeigt der aktuelle Nachhilfebarometer 2026 der Arbeiterkammer. Das Problem ist groß: Insgesamt erhalten laut Studie 338.000 Kinder und Jugendliche zusätzliche Unterstützung beim Lernen. Das entspricht fast jedem dritten Schulkind.
Besonders auffällig: Nachhilfe beginnt immer früher. Bereits 23 Prozent der Volksschulkinder bekommen zusätzliche Unterstützung.
Insgesamt geben Familien pro Jahr 144 Millionen Euro für bezahlte Nachhilfe aus. Zusätzlich helfen 68 Prozent der Eltern ihren Kindern mehrmals pro Woche selbst beim Lernen. Für viele Familien bedeutet Schule damit nicht nur einen erheblichen Zeitaufwand, sondern auch eine finanzielle Belastung.
28 Prozent der Fälle mit bezahlter Nachhilfe führen Eltern laut Erhebung direkt auf Defizite im Unterricht zurück. Als Gründe werden etwa nicht ausreichend vermittelter Stoff oder ausgefallener Unterricht genannt.
Rund 40 Millionen Euro an privaten Nachhilfeausgaben entfallen laut AK auf diese Fälle. "Wenn jedes dritte Schulkind Nachhilfe braucht, erfüllt das Schulsystem seine Aufgabe nicht mehr. Und wenn das System versagt, dann müssen es die Eltern richten. Dann wird Bildung zur Budgetfrage", sagt Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung der AK Wien.
Nur 19 Prozent der befragten Eltern glauben, dass allein die Fähigkeiten ihres Kindes über dessen Bildungserfolg entscheiden. Drei von fünf sehen auch das Einkommen der Eltern als entscheidenden Faktor.
Die Arbeiterkammer fordert mehr Investitionen in Schulen, einen Ausbau ganztägiger Bildungsangebote und niedrigere Schulkosten.