Bei der Finanzierung der Flugrettung zwischen Wien und Niederösterreich kommt es zu einer grundlegenden Änderung. Bisher teilen sich die beiden Bundesländer die Kosten für den in Wien stationierten ÖAMTC-Rettungshubschrauber jeweils zur Hälfte. Dieses 50:50-Modell wird nun geändert.
Der Grund: Die Verteilung der Einsätze hat sich deutlich verschoben. Evaluierungsberichte zeigen, dass mittlerweile 80 Prozent der Einsätze in Niederösterreich und nur 20 Prozent in Wien geflogen werden. Der Rettungshubschrauber Christophorus 9 ist am ÖAMTC-Flugrettungsstützpunkt in Wien-Erdberg stationiert. Der Heli fliegt Einsätze in Wien und Umgebung, aber auch bis ins Weinviertel.
Ab 2028 sollen die Kosten nicht mehr pauschal aufgeteilt, sondern nach den tatsächlich geflogenen Zeiten abgerechnet werden. Dafür wollen Wien und Niederösterreich eine entsprechende "15a-Vereinbarung" abschließen. Jedes Bundesland soll dann jene Flugminuten bezahlen, die bei Einsätzen für das jeweilige Land anfallen.
Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bezeichnete die Einigung als "gute, nachhaltige und langfristig brauchbare Vereinbarung, über die wir intensiv diskutiert haben". Die "bewährte, hochprofessionelle Zusammenarbeit" bei der Flugrettung könne damit fortgesetzt werden.
Bereits 2027 wird das Land Niederösterreich laut NÖ-Spitals-Landesrat Anton Kasser (VP) 500.000 Euro mehr zur Finanzierung beitragen. Die bisherige 50:50-Aufteilung sei angesichts der veränderten Einsatzintensität nicht mehr fair, so Kasser. Laut NÖ-Gesundheitslandesrätin Eva Prischl (SP) sei der Wiener Standort sehr wichtig, "weil 80 Prozent der Einsätze hier für Niederösterreich geflogen werden". Mit der neuen Regelung soll die Finanzierung der Hubschrauberflotte abgesichert werden.
Der Christophorus 9 fliegt seit 25 Jahren Einsätze im Auftrag der beiden Bundesländer. Seit 2011 erfolgt dies im gemeinsamen Auftrag von Wien und Niederösterreich. Hubschrauber und Pilot werden vom Öamtc zur Verfügung gestellt. Die Flugretter kommen von der Wiener Berufsrettung, die Notärzte werden gemeinsam von Berufsrettung und Wiener Gesundheitsverbund gestellt.