Die Wiener brennen bald mehr für Wasser, Kanal und Müll – ab 1. Jänner werden die Gebühren in Wien um bis zu 4,6 Prozent angehoben. Grundlage dafür ist das Valorisierungsgesetz. Konkret steigt der Preis für einen Kubikmeter Wasser von 2,27 um 10 Cent auf 2,37 Euro. Die Kanalgebühr wird von 2,49 auf 2,60 Euro angehoben. Der Mülltarif erhöht sich von 50,52 auf 52,79 Euro – ein Anstieg um 2,27 Euro. Die Parkgebühren bleiben unverändert, wir berichteten.
Die Gebührenerhöhung sorgt für scharfe Kritik. ÖVP-Wien-Chef Markus Figl spricht von der "nächsten Belastungswelle", die ab 2027 auf Haushalte und Betriebe zukomme. Die Mehrbelastung beziffert die Volkspartei mit rund 42 Millionen Euro. "Statt die Wienerinnen und Wiener angesichts der weiterhin hohen Lebenshaltungskosten zu entlasten, dreht die SPÖ-Neos-Stadtregierung erneut an der Gebührenschraube", kritisiert Figl.
"Die SPÖ-Neos-Stadtregierung muss bei den eigenen Ausgaben ansetzen und strukturelle Reformen umsetzen, statt erneut die Wiener Haushalte und Betriebe zur Kasse zu bitten", so Figl.
Auch die FPÖ kritisiert die Erhöhung. Wirtschaftssprecher Udo Guggenbichler bezeichnet die automatische Anpassung als "Abkassieren bei den Bürgern". Die Stadt müsse seiner Ansicht nach bei den eigenen Ausgaben sparen, statt Gebühren weiter anzuheben.
Guggenbichler nimmt besonders den gesetzlichen Automatismus ins Visier. "Der Gebührenautomatismus nimmt der Politik die Verantwortung nicht ab." Guggenbichler fordert eine grundlegende Reform und eine "Gebührenbremse statt Gebührenspirale". Der FP-Wirtschaftssprecher warnt zudem vor höheren Betriebskosten für Mieter im Gemeindebau: "Am Ende zahlen die Wiener doppelt."
Im Rathaus wird laut APA-Bericht betont, dass die Einnahmen aus den Gebühren direkt in die Infrastruktur fließen. Allein in die Wasserversorgung werden laut Stadt jährlich 130 Millionen Euro investiert. Bis 2031 sollen außerdem insgesamt 380 Millionen Euro in Sanierung und Ausbau des öffentlichen Kanalnetzes fließen.