Die Wiener müssen ab 1. Jänner schon wieder tiefer ins Börserl greifen – die Gebühren für Wasser, Kanal und Müll werden angehoben. Nun erklärt die Stadt Wien wofür die Einnahmen eingesetzt werden. Das Geld soll direkt in die städtische Infrastruktur fließen und damit Leistungen wie Trinkwasserversorgung, Müllabfuhr und Kanalnetz sichern.
"Maßstab für die Valorisierung ist die allgemeine Teuerung, die von der Statistik Austria berechnet wird", heißt es aus dem Rathaus. Wird der Schwellenwert von drei Prozent bei der Teuerung überschritten, werden die betroffenen Gebühren angepasst. Zum Stichtag 30. Juni 2026 war das bei Wasser, Kanal und Müll der Fall. Bei Wasser und Kanal beträgt die Erhöhung jeweils 4,6 Prozent, bei der Müllentsorgung 4,5 Prozent. Die Parkgebühren werden nicht angehoben – wir berichteten.
Laut Stadt sind mit dem Geld umfangreiche Investitionen geplant. Allein 130 Millionen Euro fließen jährlich in die Wiener Wasserinfrastruktur. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser langfristig abgesichert werden. Ein aktuelles Großprojekt entsteht in Neusiedl am Steinfeld. Dort errichtet die Stadt nach eigenen Angaben den weltweit größten geschlossenen Trinkwasserspeicher. Er soll eine Milliarde Liter Wasser fassen. Allein die erste Bauetappe ist mit 98 Millionen Euro beziffert.
Auch unter der Stadt sind hohe Investitionen geplant. Wien Kanal will zwischen 2027 und 2031 rund 380 Millionen Euro netto in Betriebsausstattung, Sanierung und Ausbau des mehr als 2.500 Kilometer langen öffentlichen Kanalnetzes investieren.
Das Geld soll unter anderem der Entsorgungssicherheit, dem Gewässerschutz und dem Schutz vor Überflutungen dienen. Als konkretes Projekt nennt die Stadt den Wiental Kanal, der zur Verbesserung der Wasserqualität des Wienflusses beitragen soll, heißt es aus dem Rathaus.
Bei der Müllentsorgung sind ebenfalls Millionenprojekte vorgesehen. Die MA 48 will unter anderem bestehende Angebote modernisieren. Für den Neubau des Mistplatzes Ottakring sind 22 Millionen Euro eingeplant, beim Mistplatz Stadlau sind es 42 Millionen Euro. Weitere fünf Millionen Euro sollen in Fahrzeuge mit alternativem Antrieb fließen. Laut Stadt werde mit den Gebühren die Infrastruktur und damit die Lebensqualität in Wien abgesichert.