Sorge in der Lehrerschaft: Der Schulstart rückt mit großen Schritten näher – und damit auch das Kopftuchverbot für unter 14-Jährige, das mit 1. September in Kraft tritt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer, Paul Kimberger, weiß bereits jetzt: "Aus einigen Communities hört man, dass sie das Verbot ignorieren werden."
Immer wieder würden Eltern bereits jetzt planen, das Verbot zu umgehen. Im Netz werden bereits seit Tagen Tipps verbreitet, wie sich die neuen Regeln verzögern lassen. Solle es zu Konflikten kommen, "hoffen wir auf ausreichende Unterstützung durch die Schulbehörden, Schulpsychologen und ähnliche Stellen", so Kimberger.
Im September solle es laut der "Kronen Zeitung" beispielsweise eigene Seminare dazu geben, wie man die neue Regelung ignorieren könne. Auch an die Lehrenden direkt appellieren die Gegnerinnen des Gesetzes, so heißt es beispielsweise: "Mädchen zu zwingen, das Kopftuch abzunehmen, würde für Euch als Lehrperson zu einem unüberwindbaren Gewissenskonflikt führen."
Die Lehrergewerkschaft rechne jedenfalls damit, dass es an einigen Standorten zu "erheblichen Herausforderungen" kommen werde. Fest stehe jedoch: "Wir begrüßen diese Maßnahme gegen den politischen Islam." Man wolle sicherstellen, dass sich die Kinder ohne Zwang entwickeln können.
Laut dem Gewerkschaftsvorsitzenden habe es nach dem Beschluss des Verbots rasch zahlreiche Fragen von Lehrerinnen und Lehrern gegeben. "Diese waren von erheblichen Sorgen begleitet", erklärt Kimberger im "Heute"-Talk. Die größte Angst: von den Schulbehörden alleingelassen zu werden, wenn es beispielsweise zu Problemen mit uneinsichtigen Eltern kommt.
"Im Großen und Ganzen rechnen wir aber damit, dass es grundsätzlich gut laufen wird und dass vieles mit guter Kommunikation lösbar ist", so der positive Ausblick des Gewerkschafters.