Die Woche fängt für SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler mit dem nächsten Umfrage-Tiefschlag an. Im neuen "Heute"-Politbarometer, das Meinungsforscher Peter Hajek für "Heute" erstellt hat, ist er der Politiker, der den meisten Menschen im Land zuletzt negativ aufgefallen ist.
Gleich 53 Prozent machen ihn zum Minus-Mann der österreichischen Spitzenpolitik. Positiv aufgefallen ist er dagegen nur 15 Prozent. Zur Einordnung: Selbst FPÖ-Chef Herbert Kickl, der in diesen Umfragen traditionell einen hohen Wert an Negativ-Nennungen aufweist, kommt dieses Mal nur auf 43 Prozent, also zehn Prozentpunkte weniger als Babler.
Eindeutig besser in diesem Ranking ist SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer, der zuletzt ja auch als möglicher Babler-Nachfolger als Vizekanzler genannt worden war. Er kommt auf 21 Prozent Positiv- und 25 Prozent Negativ-Nennungen. Das ist mit minus vier Prozentpunkten der beste Saldo aller Abgefragten.
Was Babler in den Augen der Bevölkerung sicher nicht geholfen, sondern ihm den Rest gegeben hat: mehrere veritable Flops, die sich der SPÖ-Chef zuletzt geleistet hatte. So hatte er etwa im ORF-"Sommergespräch" behauptet, dass der Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds Prikraf Schönheits-Operationen für Superreiche finanziere. Das ist schlicht falsch. Eine Entschuldigung von Babler gab es bis jetzt nicht. Wenig überraschend gab es einen Shitstorm gegen ihn.
Ebenfalls viel Kritik hatte es auch an seinem Umgang mit dem ORF und dem von ihm initiierten "Zukunftsforum" gegeben. Dabei sollte eben über die Zukunft des Senders diskutiert werden. Das Problem: Babler hatte nur einen sehr willkürlichen Teilnehmer-Kreis eingeladen. So durfte etwa ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick sprechen. Von den 35 Stiftungsräten waren nur zehn im erlauchten Kreis der Teilnehmer. Der Betriebsrat war nicht eingeladen.
Am Wochenende war zudem eine neue OGM-Berechnung bekannt geworden. Thema: die von Babler groß angepriesene Mehrwertsteuer-Senkung auf ausgewählte Lebensmittel. Statt der versprochenen Ersparnis von 100 Euro pro Jahr und Haushalt beläuft sich die tatsächlich nur auf 57 Euro – also nur etwas mehr als die Hälfte.
Kein Wunder, dass die Ablösegerüchte um den SPÖ-Chef nicht verstummen wollen. Als Kandidat dabei immer wieder genannt: der frühere ORF-Chef und Warner-Manager Gerhard Zeiler. Befeuert wurde das auch durch eine Umfrage von Peter Hajek für ATV. Demnach wäre die SPÖ mit Zeiler an der Spitze für 43 Prozent eine Wahloption, für zwölf Prozent sogar ganz sicher. Unter SPÖ-Wählern liegt dieser Wert sogar bei 86 Prozent.
"Gerhard Zeiler wäre für knapp jede zweite Wählerin und jeden zweiten Wähler in Österreich bei der Nationalratswahl 2029 eine Wahloption. Allerdings würde ihn derzeit nur rund jeder Zehnte ganz sicher wählen, etwa ein Drittel würde es sich zumindest überlegen", analysiert Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek. "In der SPÖ-Wählerschaft hat Zeiler kaum Akzeptanzprobleme. Auffallend ist, dass selbst in der FPÖ-Wählerschaft ein Viertel eine Wahl Zeilers zumindest in Betracht zieht. Das bestätigt die bisherigen Annahmen, wonach rund zwei Drittel bis drei Viertel der freiheitlichen Wählerschaft gefestigt sind, während der andere Teil der blauen Wählerschaft über Personen oder Themen durchaus noch ansprechbar ist."