Das geplante Zukunftsdepot für Kinder könnte später kommen als von der ÖVP angekündigt. Das Finanzministerium hält einen Start mit 1. Jänner 2027 technisch für praktisch ausgeschlossen und sieht zudem offene Fragen bei der langfristigen Finanzierung.
Mit dem Zukunftsdepot sollen Eltern von der Geburt ihres Kindes an steuerfrei Geld ansparen können. Eine Entnahme wäre erst ab dem 18. Geburtstag möglich. Bis dahin sollen weder Kapitalertragsteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren anfallen. Pro Jahr könnten bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden.
Zusätzlich ist ein staatliches Startguthaben von bis zu 500 Euro pro Kind vorgesehen. Dafür sind in den kommenden beiden Jahren jeweils 40 Millionen Euro budgetiert. Wie das Modell danach finanziert werden soll, ist allerdings noch ungeklärt.
"Ein fertiges Konzept gibt es noch nicht. Die Finanzierung ist offen. Nachdem nicht davon auszugehen ist, dass nur zwei Geburtsjahrgänge davon profitieren sollen, fehlt hier eine nachhaltige Finanzierung", heißt es laut "Krone" dazu aus dem Finanzminister.
Auch die geplante Begünstigung bei der KESt ist demnach bislang nicht im Budget berücksichtigt. Für diese Kosten müsste ebenfalls eine Finanzierung gefunden werden.
Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bringt dafür eine Finanzierung "aus dem Finanzsektor" ins Spiel. Gleichzeitig sind laut Ministerium noch technische Fragen bei der Umsetzung zu lösen.
Für den von der ÖVP angepeilten Zeitplan bedeutet das eine deutliche Hürde: "Ein Start mit 01.01.2027 ist vor diesem Hintergrund technisch praktisch unmöglich." Damit steht hinter dem ursprünglich angekündigten Starttermin ein großes Fragezeichen.
Die SPÖ bringt zugleich eigene Vorstellungen für das Zukunftsdepot ein. Der Partei sei eine "möglichst verteilungsgerechte Ausgestaltung wichtig". Dabei soll sichergestellt werden, dass der staatliche Startbonus tatsächlich jedem in Österreich geborenen Kind zugutekommt.
Als mögliche Lösung wird eine automatische Veranlagung über den Bundesschatz ins Spiel gebracht. Später könnte das Geld in ein Zukunftsdepot bei einer Bank gewechselt werden. Ob das Modell so umgesetzt wird und wann das Zukunftsdepot tatsächlich starten kann, ist damit noch offen.