Bundeskanzler Christian Stocker lüftete im ORF-Sommergespräch einen Geldplan für Familien, um steuerfrei für ihre Kinder anzusparen. Die Koalition hat sich grundsätzlich bereits auf ein solches steuerbegünstigtes Wertpapierdepot für Kinder verständigt.
Das genaue Modell und die Umsetzung müssten noch besprochen werden, heißt es aus dem SPÖ-geführten Finanzministerium. Es seien noch viele Punkte offen.
Starten soll das Angebot laut ÖVP mit Jänner 2027. Dass dieser Termin aufgrund offener technischer Fragen (IT, Informationsaustausch zwischen Finanzverwaltung und Banken) haltbar ist, bezweifelt man im Finanzressort.
Jetzt gibt es weitere Details zu dem "Zukunftsdepot" – laut "Heute"-Infos soll es auch ein Startkapital von 500 Euro vom Staat für alle Babys geben, die ab 2027 in Österreich geboren werden und für die ein solches Depot angelegt wird.
Das Modell soll Familien ermöglichen, über viele Jahre Geld für den Nachwuchs anzusparen. Die auf diese Weise bis zum 18. Geburtstag des Kindes erzielten Erträge sollen von der Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent befreit sein.
Eltern sollen das Zukunftsdepot bei teilnehmenden Banken auf den Namen ihres Kindes eröffnen können. Das angesparte Vermögen gehört damit von Beginn an dem Nachwuchs.
Bis zur Volljährigkeit bleibt das Geld allerdings gesperrt. Erst mit dem 18. Geburtstag kann das Kind darüber verfügen.
Für Babys, die ab 2027 in Österreich geboren werden, ist zusätzlich eine Starthilfe vom Staat vorgesehen. Geplant ist eine einmalige Einzahlung in Höhe von 500 Euro auf das Zukunftsdepot. Dieses Geld muss dann mindestens 18 Jahre lang auf der Bank bleiben.
Dieser Startbonus ist bereits budgetiert – und zwar sind dafür 2027 und 2028 je 40 Millionen Euro vorgesehen, aus den Mitteln des Familienfonds FLAF. Eine nachhaltige Finanzierung für folgende Baby-Jahrgänge fehle jedoch noch, so das Finanzministerium.
Eltern und auch andere können regelmäßig Geld auf das Depot einzahlen – bis zu einer Obergrenze von 5.000 Euro pro Jahr.
Das Geld wird in Wertpapiere investiert. Hochriskante Produkte sollen dabei ausgeschlossen werden. Details dazu, welche Anlageformen konkret zugelassen werden, müssen noch festgelegt werden.
Die Eltern sollen jedenfalls mitbestimmen können, wie risikoreich veranlagt wird.
„So wie der Bausparer für Generationen selbstverständlich dazugehört hat, soll das Zukunftsdepot für die nächste Generation der Grundstein sein, um sich wieder etwas aufbauen zu können“Claudia Bauer (ÖVP)Familienministerin
Wie sich solch langfristiges Ansparen auszahlen kann, zeigt ein Rechenbeispiel: Werden jeden Monat 50 Euro eingezahlt und wird über 18 Jahre eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent erzielt, könnten am Ende rund 23.400 Euro im Depot liegen.
Zusätzlichen Schub soll die steuerliche Begünstigung bringen. Normalerweise werden auf Kapitalerträge in Österreich 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer fällig. Diese würde beim Zukunftsdepot auf die bis zum 18. Geburtstag des Kindes erzielten Erträge erlassen.
Im Beispiel mit der Einzahlung von 50 Euro monatlich und dem erzielten Vermögen von 23.400 Euro nach 18 Jahren ergäbe sich durch den KESt-Erlass eine Steuerersparnis von 3.300 Euro.
Für die KESt-Begünstigung dürfte der Finanzminister jedenfalls auch auf eine Finanzierung pochen.
"Familien wollen ihren Kindern etwas mitgeben und ihnen den bestmöglichen Start ins Erwachsenenleben ermöglichen. Genau dabei wollen wir sie mit dem Zukunftsdepot unterstützen", erklärt Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP).
"So wie der Bausparer für Generationen selbstverständlich dazugehört hat, soll das Zukunftsdepot für die nächste Generation der Grundstein sein, um sich wieder etwas aufbauen zu können", so Bauer weiter. Wer langfristig für sein Kind spare und investiere, solle dabei nicht auch noch vom Staat zur Kasse gebeten werden.
Gestärkt werden soll damit auch das Bewusstsein für langfristige Veranlagung und die Chancen am Kapitalmarkt.
Der SPÖ pocht beim 500-Euro-Bonus für Neugeborene auf einem gerechten Ansatz – dass die Prämie tatsächlich jedem in Österreich geborenen Baby zugute kommt. Als tauglicher Ansatz wird hier die automatische Veranlagung über das Instrument des Bundesschatzes gesehen – mit Wechselmöglichkeit in ein Zukunftsdepot bei Banken.