Die FPÖ bleibt laut einer neuen Polit-Umfrage klar stärkste Kraft in Österreich. Gleichzeitig geraten die Regierungsparteien weiter unter Druck – allen voran die SPÖ, die nur noch haarscharf vor den Grünen liegt.
Die vom Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) für die "Kronen Zeitung" durchgeführte Erhebung schätzt die Freiheitlichen bei der traditionellen Sonntagsfrage auf mittlerweile 37 Prozent hoch. Dahinter folgt die ÖVP von Bundeskanzler Christian Stocker mit 20 Prozent.
Besonders dramatisch: Die lange den Ton im Land angebende SPÖ kommt der Umfrage zufolge nur noch auf 15 Prozent. Damit rasseln die einst stolzen Roten unter ihrem Vorsitzenden Andreas Babler noch einmal 6 Prozentpunkte (!) unter ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis von 2024.
Für die Partei wird die Umfragen-Flaute langsam auch zum politischen Überlebenskampf: Der Vorsprung auf die Grünen, die in der Sonntagsfrage schon bei 13 Prozent liegen, beträgt lediglich zwei Prozentpunkte. Innerhalb der Schwankungsbreite könnten die unter Leonore Gewessler aufblühenden Ökos die Babler-Truppe also bereits eingeholt haben. Ein Polit-Beben! Wird die SPÖ am Wahlsonntag nur vierte Kraft, ist auch das Amt des Dritten Nationalratspräsidenten weg.
Auch die Neos geben trotz Regierungsbeteiligung nach; erreichen sieben Prozent. Die KPÖ käme auf fünf Prozent und würde damit die Vier-Prozent-Hürde überspringen und erstmals seit 1959 in den Nationalrat einziehen.
Wen wünschen sich die Österreicher aktuell als Regierungschef? Bei der (fiktiven) Frage einer Direktwahl des Bundeskanzlers liegt FPÖ-Chef Herbert Kickl laut Umfrage mit 38 Prozent klar an der Spitze – sogar noch um einen Punkt besser als seine Partei, die FPÖ. Christian Stocker folgt mit 24 Prozent. Auch er "zieht" als Person also die Volkspartei.
Dahinter beträgt der Vorsprung von SPÖ-Chef Andreas Babler auf Grünen-Politikerin Leonore Gewessler nur noch einen Prozentpunkt. Sein Direktwahl-Ergebnis macht auch deutlich, zu welchem Bremsklotz er für die Sozialdemokraten geworden ist: Während ohnedies nur noch 15 Prozent angeben, SPÖ wählen zu wollen, können sich lediglich 13 Prozent der Befragten einen Kanzler Babler vorstellen. Ein beschämendes Ergebnis.
IFDD-Chef Christoph Haselmayer sieht vor allem die Entwicklung der SPÖ kritisch. "Der Babler-Linkskurs war der beste Geburtenhelfer für die Kommunisten auf Bundesebene", bilanziert er.
"Der Absturz der SPÖ setzt sich weiter dramatisch fort, sie kommt mit Andreas Babler nur mehr auf 15 Prozent, bei der Direktwahl kommt er sogar nur auf 13 Prozent. Der schlechteste Wert für die SPÖ mit Andreas Babler, der je von einem Institut auf Bundesebene gemessen worden ist. Die SPÖ wandelt auf den Spuren der SPD in Deutschland, die derzeit nur mehr auf 13 Prozent kommt. Leonore Gewessler mit ihren Grünen kommt auf bärenstarke 13 Prozent, ein deutliches Plus zur Nationalratswahl im Jahr 2024."
Haselmayer betont zudem: "Die Neos mit Beate Meinl-Reisinger, der Partner in der Regierung, der in den letzten Monaten stabil geblieben ist, gibt auf 7 Prozent nach. Somit liegt nun auch die liberale Partei unter ihrem Wahlergebnis."