Die Österreicher haben ihr Zeugnis für die heimischen Spitzenpolitiker vergeben. Für 57 Prozent geht Österreich bekanntlich laut aktueller Unique-Research-Erhebung in die falsche Richtung. Nur 31 Prozent sehen eine positive Entwicklung. Entsprechend fällt auch die Beurteilung der Parteienvertreter aus. "Heute" hat die Details:
Der FPÖ-Chef ist 28 Prozent positiv aufgefallen. Der mit Abstand beste Wert aller Abgefragten. Herbert Kickl polarisiert aber weiter stark, hat auch 45 Prozent Negativ-Nennungen zu verkraften.
Die Verteidigungsministerin macht – militärisch formuliert – immer mehr Boden gut. Klaudia Tanner liegt Anfang Juli bereits auf Platz zwei und ist damit das beliebteste Regierungsmitglied.
Finanzminister Markus Marterbauer liegt nur knapp hinter Tanner, ist weiter der bestplatzierte SPÖ-Politiker.
Die Grünen-Chefin schafft den starken vierten Platz. Leonore Gewessler konnte sich zuletzt mit fundierter Regierungskritik, Propagieren des Gerechtigkeitsthemas und auch ihrer glaubwürdigen Klima-Positionierung in einer Hitzewelle stark verbessern.
Der Bundeskanzler rutscht mit einem negativen Saldo von minus 26 von Platz zwei auf sechs ab.
Die –47 Prozent sind der zweitschlechteste Wert, die +20Prozent retten Neos-Außenministerin Meinl-Reisinger aber gerade noch vor einer Nachprüfung.
Der Vizekanzler ist 54 Prozent negativ aufgefallen – absoluter Minus-Mann. Da Andreas Babler noch weniger Positiv-Nennungen hat, ist Neos-Staatssekretär Josef Schellhorn (–39 Prozent) am untersten Ende des Politbarometers ausgewiesen.
Auffällig: die geringe Bekanntheit vieler Regierungsmitglieder. Ulrike Königsberger-Ludwig, die sich selbst gar die Parteichefinnenrolle in Niederösterreich zugetraut hätte, ist satten 39 Prozent der Befragten nicht einmal ein Begriff, obwohl sie seit eineinhalb Jahren als Staatssekretärin im Amt und für den wichtigen Gesundheitsbereich verantwortlich ist. Auch Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat mit Bekanntheitsproblemen zu kämpfen.
Ganz anders präsentiert sich die Situation bei ÖVP-Hoffnung Alexander Pröll: Der Digitalisierungs-Staatssekretär kämpfte sich schon auf Platz 7 vor (direkt hinter Kanzler Stocker) und hat sich einen Bekanntheitsgrad von 82 Prozent in der Bevölkerung erarbeitet.