"Unzufriedenheit sehr groß"

SPÖ-Grande: "Bablers Verhalten ist sehr beschämend"

In der SPÖ brodelt es weiter. Am Mittwoch hat Andreas Babler die Landeschefs zu einem Krisengipfel eingeladen. Indes gibt es heftige Kritik an ihm.
Heute Politik
30.09.2026, 13:24
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Es sollte ein Gegenschlag werden: Nachdem sich in der SPÖ sechs Bundesländer für einen Babler-Zeiler-Krisengipfel ausgesprochen haben, hat Parteichef Andreas Babler selbst am Mittwoch zu einem Treffen eingeladen. Stattfinden soll es am Sonntag ab 16 Uhr in Wien, anberaumt sind drei Stunden.

Einladung geleakt

Die Einladung, die Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim via Mail verschickt hatte, fand innerhalb kürzester Zeit den Weg in die Öffentlichkeit. Eingeladen sind nicht nur die Landesparteivorsitzenden, sondern nach "Heute"- Informationen auch der mächtige ÖGB-Chef Wolfgang Katzian und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner, sie ist auch SPÖ-Frauenchefin.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Ex-Parteimanager begrüßt Vorstoß der Länder

Der frühere Bundesgeschäftsführer der SPÖ, Christian Deutsch, begrüßt die Initiative der Bundesländer, sich angesichts der Situation in der Partei und der angekündigten Kandidatur von Medienmanager Gerhard Zeiler als Parteichef untereinander abzustimmen. "Das ist der erste logische Schritt, immerhin haben die Länder auch immer wieder Kritik an Andreas Babler und der aktuellen Situation formuliert", sagt er im "Heute"-Interview.

Bundesparteivorstand vorziehen

In einem nächsten Schritt müsse der Bundesparteivorstand zusammentreten. "Das darf nicht erst im November sein, sondern muss früher geschehen", fordert Deutsch. Alles andere sei ein "Herauszögern. Dort muss man sich entscheiden: Wir nehmen das Angebot von Gerhard Zeiler an oder nicht. Oder wir einigen uns auf einen dritten Kandidaten."

"So kann es nicht weitergehen"

Deutsch ist Zeiler dankbar für das Angebot, sich als Parteichef zur Verfügung zu stellen. Denn angesichts der Umfragen herrsche in der SPÖ der Tenor: "So kann es nicht weitergehen. Die Unzufriedenheit in der Partei ist eine sehr große – und das schon über Monate und quer durch alle Länder."

„Vor ein paar Jahren hätte Andreas Babler in so einer Situation seinen eigenen Rücktritt gefordert.“
Christian DeutschEx-Bundesgeschäftsführer SPÖ

Parteigrande spricht von "Altersdiskriminierung"

Umso positiver sei Zeilers Vorstoß. Denn bisher habe es in der SPÖ bei der Frage nach Alternativen zu Babler immer nur geheißen: "Es gibt ja niemanden." Das einzige Argument gegen Zeiler, dass Deutsch gehört habe, sei dessen Alter. "Das ist klassische Altersdiskriminierung."

Wichtig sei es jetzt, "möglichst schnell in die Gänge zu kommen", so Deutsch, der als Vertrauter des mächtigen Wiener Bürgermeister Michael Ludwig gilt. Ob der bereits seine schützende Hand von Andreas Babler abgezogen hat, will der frühere Parteimanager nicht beurteilen. "Ich weiß nur, dass Michael Ludwig – wie viele andere in der Partei – viele Gespräche führt. Er wird sich zum gegebenen Zeitpunkt äußern."

Deutsch selbst kann sich eine Spitze gegen den strauchelnden Babler nicht verkneifen: "Vor ein paar Jahren hätte der in so einer Situation seinen eigenen Rücktritt gefordert", erinnert er an die heftige Kritik des früheren Traiskirchner Bürgermeisters an der damaligen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner. "Und die ist in Umfragen um zehn Prozentpunkte besser gelegen als Babler heute", so Deutsch. "Dass jetzt keine Konsequenzen erfolgen, ist sehr beschämend."

pol,Akt. 30.09.2026, 13:28, 30.09.2026, 13:24