In der SPÖ kehrt keine Ruhe ein. Seit Tagen sorgt Gerhard Zeiler mit seinen Ambitionen auf den Parteivorsitz für Wirbel. In mehreren Auftritten hat der frühere ORF-Generaldirektor und internationale Medienmanager inzwischen klargemacht, dass er Andreas Babler an der Spitze ablösen will.
Der 71-Jährige traut sich die Führung der Partei zu. "Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen", erklärte Zeiler. Von einer Machtübernahme will er allerdings nichts wissen. Er habe der Partei lediglich ein Angebot gemacht. "Andere müssen entscheiden, nicht ich", stellte Zeiler im ORF-"Report" klar.
Inhaltlich sieht Zeiler vor allem bei Wirtschaft und Bildung Handlungsbedarf. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Wirtschaft funktioniere und möglichst viele Menschen wohlhabend seien. Gleichzeitig müsse stärker in Bildung investiert werden.
Öffentlich hatte sich bislang noch kein roter Partei-Grande für Zeiler ausgesprochen. Im "Report" stellte sich der Wiener Landtagsabgeordnete Christian Deutsch hinter ihn – und forderte Babler zum Rücktritt auf.
"Ich weiß nicht, worauf die Partei oder er noch warten soll bei diesen Umfragewerten. Daher ist es notwendig mit ihm Gespräche zu führen. Dann wäre der Weg geebnet, dass der Parteivorstand einen außerordentlichen Parteitag einberuft, wo sich Kandidatinnen und Kandidaten melden können", stellt der ehemalige Bundesgeschäftsführer klar.
Von einer Mitgliederbefragung hält Deutsch hingegen wenig. "Es ist ein langwieriger Prozess mit Debatten um Statuten, die der Partei nichts bringen, außer Selbstbeschäftigung und Selbstbeschädigung in der Öffentlichkeit."
Zeiler selbst wollte sich im "Report" weder mit dem Parteistatut noch mit der Frage beschäftigen, ob er Finanzminister werden wolle. Dabei wirkt der 71-Jährige genervt. "Dieses Interview und diese Fragen zu beantworten macht überhaupt keinen Sinn", erwidert er schnippisch.
Babler wiederum denkt nicht an einen Rückzug und verweist auf seine Wiederwahl im März. Damit geht die Debatte um die Führung der SPÖ weiter.