Die stark gesunkenen Asylzahlen haben nun konkrete Folgen: Die Regierung schließt in den kommenden Wochen drei weitere Grundversorgungseinrichtungen. Betroffen sind die Quartiere in Finkenstein in Kärnten, Graz-Andritz in der Steiermark und Bad Kreuzen in Oberösterreich.
Grund dafür ist die deutlich gesunkene Zahl an Asylwerbern in der Grundversorgung. Derzeit werden österreichweit rund 4.800 Asylwerber versorgt. Laut Innenministerium ist das der niedrigste Stand seit rund 20 Jahren.
Auch in Traiskirchen ist die Belegung inzwischen vergleichsweise niedrig. Dort befinden sich derzeit rund 290 Menschen in der Bundesbetreuung.
Die Entwicklung soll sich auch im Budget bemerkbar machen. Nach Angaben von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kann der Bund die Ausgaben für Asyl und Fremdenwesen in den kommenden beiden Jahren um rund 20 Prozent reduzieren.
"Wenn weniger Menschen illegal nach Österreich kommen und weniger Menschen versorgt werden müssen, müssen wir auch die entsprechenden Strukturen reduzieren", erklärt Karner.
Gleichzeitig soll das Geld verstärkt in den Sicherheitsbereich fließen. Das Sicherheitsbudget soll in den kommenden beiden Jahren jeweils rund 4,1 Milliarden Euro betragen. Investiert werden soll unter anderem in Personal, Schutzausrüstung, Technik, Infrastruktur sowie Terrorabwehr und Cybersicherheit.
2027 sollen zudem rund 2.000 neue Polizeischüler ihre Grundausbildung beginnen. Damit will das Innenministerium mehr Personal aufnehmen, als nach derzeitiger Prognose für die Nachbesetzung von Abgängen notwendig wäre.
Karner verbindet die beiden Entwicklungen ausdrücklich miteinander: "Daher können wir im Asylbereich sparen und gezielt in die Sicherheit investieren."
Auch die Zahl der Asylerstanträge ist laut Innenministerium stark zurückgegangen. Von Jänner bis August 2025 wurden noch mehr als 4.500 Erstanträge gestellt, im selben Zeitraum 2026 waren es rund 2.500.
Besonders drastisch ist der Rückgang laut Ministerium im Burgenland: In der Kalenderwoche 41 des Jahres 2022 wurden dort noch rund 3.700 Menschen nach illegaler Einreise aufgegriffen. In den vergangenen drei Wochen waren es demnach insgesamt nur drei.