Erstmals seit 1997

Weniger als 10.000 Asylanträge in Österreich erwartet

Die Zahl der Asylanträge in Österreich sinkt deutlich und könnte heuer erstmals seit 1997 unter die Marke von 10.000 fallen.
Newsdesk Heute
20.09.2026, 19:38
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In Österreich könnte es heuer zum ersten Mal in diesem Jahrtausend weniger als 10.000 Asylanträge geben. Dieser Trend hat sich auch im zweiten Drittel des Jahres fortgesetzt. Bis inklusive August wurden laut der jüngsten Statistik 6.512 Ansuchen gezählt. Hochgerechnet kommt man damit auf knapp 10.000 Anträge, berichtet "Die Presse".

Das letzte Mal, dass diese Marke unterschritten wurde, war im Jahr 1997. 3.300 und damit die Mehrheit der Anträge kamen von Minderjährigen, obwohl der Familiennachzug praktisch weiterhin ausgesetzt ist und unter diesem Titel nur 60 Personen nach Österreich gekommen sind. Laut Innenministerium hängt das damit zusammen, dass viele der neuen Anträge von in Österreich geborenen Kindern stammen.

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Deshalb ist auch die Zahl der originären Anträge, also jener von Personen, die neu ins Land gekommen sind, relativ gering. In diese Kategorie fallen 2.483 Fälle. Besonders bei den beiden antragsstärksten Nationen Syrien und Afghanistan ist der Großteil der Ansuchen nicht originär, also meist von nachgeborenen Kindern.

Veränderungen in der Grundversorgung

Heuer wurde Asyl bisher in 4.333 Fällen gewährt. In 3.657 Fällen gab es subsidiären Schutz. Zusätzlich wurden 1.180 humanitäre Aufenthaltstitel vergeben. Das Land verlassen mussten bis Anfang September 10.440 Personen, die knappe Mehrheit davon zwangsweise.

Die niedrigeren Antragszahlen – heuer um knapp 5.400 weniger als im Vorjahr – zeigen sich auch in der Grundversorgung. Anfang September wurden dort gut 41.600 Personen betreut. 60 Prozent davon sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn waren noch um 11.000 mehr in der Grundversorgung.

Für das Innenministerium zeigen die sinkenden Zahlen bei den Asylanträgen, dass die Schlepperrouten auch im Osten Österreichs nachhaltig zerschlagen werden konnten und sich jetzt auf die sogenannte Balkan-Küstenroute – und damit an Österreich vorbei – verlagert hätten. Als besonders wichtig sieht man dabei das eigene Grenzschutzkonzept.

Der Kontrollgürtel an der Grenze wurde auf Kontrollen im Grenzraum und im Hinterland ausgeweitet. Das mache illegale Grenzübertritte vor allem für die organisierte Schleppermafia schwieriger und riskanter, so das BMI. Gleichzeitig entlaste diese Vorgangsweise Pendlerinnen und Pendler durch kürzere Wartezeiten an der Grenze.

red,20.09.2026, 19:38