In der Wiener Maria-Theresien-Kaserne hat am Dienstag Harald Vodosek das Amt des Generalstabschefs übernommen. Er folgt auf Rudolf Striedinger, der die Funktion des ranghöchsten Offiziers des Bundesheeres seit Oktober 2022 innehatte.
Eines der Themen, die den neuen Generalstabschef in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen werden, ist die Reform der Wehrpflicht. Die Regierung hat sich ja nach zähem Ringen für das Modell sechs Monate Grundwehrdienst und drei Monate Truppen- und Milizübungen geeinigt.
Der Haken an der Sache: Für Teile der Reform benötigt die Koalition eine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament. Derzeit lehnen sowohl Grüne als auch FPÖ die Pläne allerdings ab. Die Grünen etwa wollen gleichzeitig mit der Reform auch eine höhere Vergütung für Zivildiener. Die Verhandlungen dürften also noch länger dauern.
Einer ist jedenfalls zufrieden: der neue Generalstabschef Harald Vodosek. Das "6 plus 3"-Modell sei ein "ultimativer und maximaler Gewinn für die Sicherheit der Republik Österreich", ist er überzeugt. Gegenüber den derzeit sechs Monaten sei dies jedenfalls ein Plus. Erfreut ist er auch, dass die Miliz künftig wieder verpflichtend befüllt werden kann.
Die Wehrdienstkommission hatte ja ein Modell "8 plus 2" Monate empfohlen. Vodosek sieht das pragmatisch. Zum einen sei der Ausgangspunkt "6 plus 0". Schon daraus ergebe sich ein Gewinn für die Sicherheit. Das Heer habe mit dieser Entscheidung für "6 plus 3" zu planen. Es gehe nicht darum, womit er als General "glücklich" sei, so Vodosek.
Er sei jedenfalls "zufrieden mit dem, was auf der politischen Ebene erzielt worden ist". Er werde mit seinen Leitern und Kommandanten ein System zur Verfügung stellen, das die Republik Österreich und die Bevölkerung schützen wird, versicherte der neue Generalstabschef. Die Lösung stelle in Europa die "Avantgarde" dar. Immerhin hätten andere europäische Länder bereits bereut, das System des Grundwehrdienstes ausgesetzt und teilweise Berufsarmeen eingeführt zu haben.
Zur Erfüllung des Aufbauplans 2032+ fehlen Österreich wie berichtet bis 2031 mehr als zwölf Milliarden Euro. Vodosek betont, dass das Bundesheer trotzdem aktuell über "das höchste Budget der Zweiten Republik" verfüge. "Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Politik entschieden, ein gewisses Risiko zu gehen und das Budget noch nicht so zu erhöhen, wie das in einem Plan drinnen steht."
Er erinnerte auch daran, dass die großen Projekte wie etwa die Nachfolge der Eurofighter oder die Drohnenabwehr sonderfinanziert werden. "Ich sehe da keine Problemlage." Zum einen werde man das vorhandene Budget abarbeiten, und andererseits werde man für die Projekte mit Sonderfinanzierung nachverhandeln. Das sehe auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) so. "Jedenfalls sind wir in der Lage, mit diesem Budget die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen", betonte Vodosek.