Die Sommerpause ist vorbei – und auch die Grünen nützen den Herbstanfang für den Start einer neuen Kampagne. In einem am Dienstagvormittag veröffentlichten Werbeclip bezeichnet Parteichefin Leonore Gewessler die Grünen als "die einzige Alternative".
Parteichefin Leonore Gewessler präsentiert sich in einem neuen Kampagnen-Clip als Gegenentwurf sowohl zur FPÖ als auch zur Bundesregierung. Dabei bekommen Herbert Kickl (FPÖ), Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) ihr Fett ab.
"Ich glaube daran, dass Politik wirkt. Weil ich sehe, was passiert, wenn sie es nicht tut", eröffnet Gewessler den Clip. Zu sehen sind Bilder von Umweltkatastrophen, Überschwemmungen und der Krieg in der Ukraine. Danach folgen Donald Trump, Elon Musk und Mark Zuckerberg.
"Macht verschiebt sich, Reichtum konzentriert sich. Einfluss hat, wer das Geld hat", sagt die Grünen-Chefin. Ihr Befund: "Und plötzlich entscheiden Wenige über Viele."
Danach schlägt der Clip den Bogen zur Geschichte der Grünen. Bilder von Protesten gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf werden eingeblendet. Gewessler spricht über Verantwortung für Mensch und Natur, Solidarität, Gleichstellung, Selbstbestimmung sowie "europäische Werte, Unabhängigkeit und Freiheit".
"Das sind keine linken Parolen. Es sind die Grundprinzipien unserer Demokratie", sagt sie. Und legt nach: "Und die ist in Gefahr."
Während dunkle Wolken über dem Parlament zu sehen sind, nimmt der Clip die FPÖ ins Visier. Eingeblendet werden Parteichef Herbert Kickl, Generalsekretär Michael Schnedlitz sowie Bilder einer Identitären-Demonstration.
"Die einen greifen sie direkt an. Sie wollen spalten, wollen, dass wir uns verlieren, alleine sind und hilflos", sagt Gewessler.
Doch auch die Regierung kommt nicht ungeschoren davon. Während unter anderem Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) gezeigt werden, sagt Gewessler: "Und die anderen? Sind mit sich selbst beschäftigt, sind ideenlos, verstehen die Zeichen der Zeit nicht, stehen da wie die Kaninchen vor der Schlange."
Dann kippt die Stimmung im Video. Der Himmel über dem Parlament wird blau, Gewessler selbst tritt ins Bild. "Die Frage ist deshalb längst nicht mehr, ob wir etwas ändern, sondern wer es tut", erklärt die Grünen-Chefin.
Die Grünen würden "anpacken", zuhören und die Sorgen der Menschen verstehen wollen. Andere Meinungen wolle man ernst nehmen und gleichzeitig zur eigenen Überzeugung stehen.
Der Clip kommt zum Start einer österreichweiten Grünen-Tour. Ab Mitte September wollen die Grünen durchs Land ziehen und direkt mit den Menschen ins Gespräch kommen. Am Dienstag steht in Wien ein Auftakt mit Gewessler auf dem Programm, danach folgen Termine in den weiteren Bundesländern.
Politisch positioniert Gewessler ihre Partei dabei deutlich gegen FPÖ und Bundesregierung. Das Ziel sei, "Österreich wieder gerechter" zu machen. Für den Schlusssatz spart sich Gewessler die größte Ansage auf: "Und ganz ehrlich, die Grünen sind dabei nicht mehr nur eine Alternative. Die Grünen sind die einzige Alternative."